Jubel für Retro-Popper: Maximo Park begeistern in Düsseldorf
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 29.11.2005 - 10:40Düsseldorf (rpo). Es war der perfekte Abend, um endgültig alle Skeptiker davon zu überzeugen, dass 80er Retro-Pop mehr ist, als ein billiger Hype und eine schlechte Kopie von New-Wave-Bands wie XTC, Joy Division oder The Cure: Im restlos ausverkauften Düsseldorfer zakk zeigte am Montagabend die britische Band Maximo Park, was sie drauf hat. Die Fünf aus Newcastle präsentierten 80 Minuten lang intelligenten, typisch-britischen Rock-Pop mit viel Leidenschaft, Originalität und Präzision.
Der Sound war rauer als auf den Platten der Band, die Stücke kurz, hymnisch und punkig auf den Punkt gebracht. Kaum 80 Minuten dauerte der Auftritt, doch das Publikum war mehr als satt: Das lag vor allem daran, dass die Band in jedem Lied so verschwenderisch mit Riffs und Melodien umging, dass man glaubte, Ideen für eine ganze Platte gehört zu haben.
Die Fans feierten die Engländer vom ersten bis zum letzten Ton mit großem Enthusiasmus. Erstaunlich, wie glasklar die Band die Stücke von den Tonträgern auf die Bühne transportierte. Im Mittelpunkt stand Sänger Paul Smith, der trotz seiner eleganten Kleidung alles andere als überheblicher Schnösel mit Krawatte war. Im Gegenteil: Mit punkigen Spreizsprüngen à la Ramones und wilden Tänzen präsentierte er sich als echte Rampensau.
Neben dem Sänger, der wegen seiner Bühnenpräsenz mit Jarvis Cocker von Pulp verglichen wird, gehören Lukas Wooler am Keyboard, Duncan Lloyd an der Gitarre, Archis Tiku an Bass und Gitarre und Tom English am Schlagzeug zur Band. Energie plus Glamour heißt das Rezept des Quintetts, deren Musiker alles andere als Virtuosen an ihren Instrumten sind. Mit viel Leidenschaft kaschierten sie das aber gekonnt und spielten auch bei höchstem Tempo perfekt zusammen.
Smith – wie gewohnt mit einem ganzen Eimer Pomade im Haar - versetzte das junge Publikum mit seiner Aura in einen im zakk selten erlebten Jubeltaumel. Erstaunlich, wie groß das Repertoire der Band ist, die ihre erste Platte "A Certain Trigger" erst im Mai dieses Jahres veröffentlicht hatte. Zwischen unbekannteren Songs und B-Seiten von Singles streute die Band immer wieder die Hits von der Debut-Platte ein. Gegen Ende gab es den umjubelten Über-Hit "Apply Some Pressure" - die Masse pogte zu diesem großartigen Song mit der harmonischen Schräge mit großer Lust.
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