CD-Kritik: Nick Cave & The Bad Seeds: Abattoir Blues/The Lyre Of Orpheus
zuletzt aktualisiert: 29.09.2004 - 09:21Eineinhalb Jahre nach dem letzten Album "Nocturama" hat Nick Cave gleich doppelt nachgelegt. Dabei hatte er zunächst selbst Bedenken, ein Doppelalbum herauszubringen, weil solche Werke seiner Meinung nach oft überladen sind. "Aber da waren zu viele gute Songs, ich hatte nicht das Herz, sie auszumustern", bekennt der australische Künstler.
Bei einer viertägigen Session in Paris Anfang 2004 produzierte die Band den eigenen Angaben zufolge Material für zehn Alben. Schließlich teilte man die ausgewählten Songs in zwei Alben auf, jedes mit einem eigenen Titel und einem eigenen Charakter, wie Cave erklärt.
Hübschen Pop bietet die erste Single "Nature Boy", "Get Ready For Love", der Opener des "Abattoir Blues"-Albums ist manischer Gospel im Stil von früheren Songs wie "Deanna". Während auf "Abattoir Blues" Jim Sclavunos trommelt, sitzt auf dem eher langsameren und getrageneren "The Lyre Of Orpheus" Thomas Wydler an den Drums. Dass Caves langjähriger Wegbegleiter Blixa Bargeld erstmals nicht mehr bei den Bad Seeds mitspielt, fällt zu keinem Zeitpunkt auf.
Ein Album mit einer Masse von Material, das bisweilen ganz im Sinne von Caves Befürchtung etwas erschlägt, in jedem Fall aber eine Menge Musik fürs Geld und einen guten Einblick in die Vielseitigkeit des Caveschen Schaffens bietet.
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