Eurovision Song Contest: No Angels fahren nach Belgrad
zuletzt aktualisiert: 06.03.2008 - 22:25Hamburg (RPO). Girlies gegen Schlager - die Girlies haben gewonnen, denn Deutschland hat entschieden: Die No Angels gehen in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest an den Start.
Die Girlband setzte sich am Donnerstagabend mit dem Popsong "Disappear" beim Vorentscheid in Hamburg gegen Musicalsängerin Carolin Fortenbacher, die Bands Cinema Bizarre und Marquess sowie Sänger Tommy Reeve durch. Bei der Abstimmung der Zuschauer der ARD-Show im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg per Telefon und SMS erhielt die Gruppe die meisten Stimmen in der Stichwahl gegen Fortenbacher. Die No Angels treten nun beim Finale des 53. Grand Prix am 24. Mai in der serbischen Hauptstadt Belgrad an.
Nach der Entscheidung jubelten Nadja Benaissa (25), Lucy Diakowska (31), Sandy Mölling (26) und Jessica Wahls (31) über ihren Erfolg. Jetzt werde Party gemacht, kündigte Diakowska an, als die Band den Gewinnertitel noch einmal sang.
Die Girlband ("Daylight in Your Eyes") war 2000 aus der Castingshow "Popstars" hervorgegangen und hatte im September 2003 überraschend die Trennung verkündet. 2007 starteten mit Benaissa, Diakowska, Mölling und Wahls vier der ursprünglich fünf Mitglieder ein Comeback, das aber nicht an den großen Erfolg der früheren Jahre anknüpfen konnte.
Statt drei Teilnehmer wie in den vergangenen beiden Jahren hatten die Verantwortlichen die Teilnehmerzahl des Vorentscheids diesmal auf fünf erhöht. Er habe die Bandbreite der Stilrichtigungen erweitern und dem Publikum mehr Auswahlmöglichkeiten bieten wollen, hatte der Leiter der NDR-Talk- und Unterhaltungsredaktion, Ralf Quibeldey, im Vorfeld betont.
Deutschland hat den Song Contest erst einmal gewonnen: 1982 sang sich Nicole mit "Ein bisschen Frieden" an die Spitze. Im vergangenen Jahr war Swingsänger Roger Cicero beim Finale in Helsinki auf dem 19. Platz gelandet. Deutschland ist aber ebenso wie Frankreich, Großbritannien und Spanien als größte Beitragszahler der European Broadcasting Union (EBU) für die Schlussrunde gesetzt. Auch Serbien ist als Gewinner des Grand Prix 2007 automatisch im Finale des 53. Song Contest.
Die serbische Contest-Gewinnerin, Marija Serifovic, gab bei der von Thomas Hermanns moderierten Show zum Vorentscheid noch einmal ihren Siegertitel "Molitva" zum Besten. Zudem traten Cicero, die ukrainische Grand-Prix-Gewinnerin von 2004, Ruslana sowie die schwedische Gewinnerin von 1999, Charlotte Nilsson, auf.
Insgesamt sind in diesem Jahr beim Song Contest 43 Länder dabei - ein neuer Rekord. Zum ersten Mal gibt es 2008 bei dem Musikwettbewerb zwei Vorschlussrunden. Das erste Halbfinale findet am 20. Mai und das zweite am 22. Mai statt.
2007 hatte es heftige Diskussion über eine vermeintliche Dominanz der osteuropäischen Länder und ein angebliches "Punktegeschachere" zwischen diesen Nationen gegeben. Neben Serbien kamen vor allem osteuropäische Länder wie die Ukraine, Russland, Bulgarien, Weißrussland und Armenien auf die vorderen Plätze. Alle westeuropäischen Teilnehmer kamen nur in die zweite Hälfte der Rangliste der 24 Finalteilnehmer. Bereits im Halbfinale waren von den Zuschauern fast ausschließlich Interpreten aus osteuropäischen Ländern ins Finale gewählt worden.
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