Der langjährige Leiter der Bayreuther Festspiele, Wolfgang Wagner, ist am Sonntag im Alter von 90 Jahren in Bayreuth gestorben.
Er hat mehr als ein halbes Jahrhundert lang die Geschicke der Bayreuther Festspiele gelenkt und geht somit als dienstältester Intendant der Welt in die Geschichte ein.
Im Kampf um seine Nachfolge in der Festspielleitung favorisierte Wagner zunächst seine zweite Frau Gudrun (Dritte von links) und die gemeinsame Tochter Katharina (Zweite von rechts) als Erben.
Doch der Stiftungsrat der Festspiele wählte 2001 seine Tochter aus erster Ehe, Eva Wagner-Pasquier. Vater Wolfgang verweigerte daraufhin seinen Rücktritt. Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau Gudrun bewarben sich die Halbschwestern Katharina und Eva schließlich gemeinsam um die Nachfolge ihres Vaters. Nach ihrer Wahl trat er im Sommer 2008 in den Ruhestand.
Wagner, der 1951 gemeinsam mit seinem Bruder Wieland die Leitung der Festspiele übernommen hatte, widmete sich in zahlreichen Inszenierungen dem Werk seines Großvaters.
Im Oktober 1966 starb der ältere Bruder mit 49 Jahren und Wolfgang wurde alleiniger Festspielleiter. Zuvor schienen sich die beiden Brüder perfekt zu ergänzen: Wieland als genialer Regisseur, Wolfgang als geschickter Organisator. Als Bayreuther Regisseur debütierte Wolfgang 1953 mit "Lohengrin". Beruflich verstanden sich die beiden gut, doch ihre Familien waren heillos zerstritten.
Der neue Chef inszenierte zwar auch selbst weiter, setzte aber vor allem durch Dirigenten und Gastregisseure künstlerische Akzente. Er verpflichtete so bedeutende Dirigenten wie Daniel Barenboim, James Levine, Pierre Boulez und Christian Thielemann und holte provokante Regisseure wie Götz Friedrich, Heiner Müller, Christoph Schlingensief und Patrice Chereau auf den Grünen Hügel.
In November 2009 hatte Wolfgang Wagner noch das Grosse Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland überreicht bekommen.