Paul McCartney: Back In The World
VON UWE KÄDING - zuletzt aktualisiert: 30.05.2003 - 16:02"Darauf haben wir 38 Jahre gewartet" - das von den älteren Fans in irgendeiner amerikanischen Arena hochgehaltene Schild bringt Paul McCartneys nostalgische Beatles-Tour auf den Punkt. Die Begeisterung und Verzückung von tausenden Konzertbesuchern ist auf jedem der 36 Tracks der CD "Back In The World" zu spüren und zu hören.
Selbst weniger bekannte Titel wie "We Can Work It Out" werden freudig mitgesungen. Ein "Aaahh" geht bei "Michelle", einem von fünf "europäischen Exklusivsongs" auf der Doppel-CD, durch das Publikum. Denn die Konzertreise hat in den USA als "Back In The US" bereits eine eigene CD mit etwas anderer Zusammenstellung bekommen.
McCartney spielt mit seiner Band auf höchstem Wings-Niveau. Dafür stehen "Band On the Run" und "Live And Let Die". Und auch seine neueren Songs integriert er gekonnt in die Show. Sir Pauls Magical Tour stimmt aber zugleich traurig: In jeder Note der Beatles-Lieder schwingt das Gefühl mit, dass die Band unwiderruflich Vergangenheit ist: John Lennon vor 23 Jahren ermordet, George Harrison vor anderthalb Jahren gestorben - nur McCartney kann noch einen solch umfassenden Beatles-Abend geben.
Das soll Ringo Starrs All-Star-Touren nicht abwerten, aber der Schlagzeuger singt meist nur die wenigen Beatles-Lieder, die er schon damals singen durfte. McCartneys von Lennon-Witwe Yoko Ono heftig angegiftete Entscheidung, die von ihm geschriebenen Lieder mit "Written by Paul McCartney and John Lennon" kenntlich zu machen, schreibt daher die Beatles-Geschichte nicht um. Sie setzt einen Schlusspunkt. Und es ist zugleich tröstlich, dass er weitermachen und in nicht mehr ganz vier Jahren "When I'm 64" singen will. "Wenn ich auf Tour sein sollte", schränkt er in einem Interview ein. Oder auf Hawaii, privat.
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