Köln-Konzert: Queen begeistert im strömenden Regen
zuletzt aktualisiert: 07.07.2005 - 08:28Köln (rpo). Nässe und Kälte mussten die Queen-Fans am Mittwochabend beim Zusatzkonzert im Kölner RheinEnergie-Stadion ertragen. Doch die Band ließ ihre Fans nicht allein im Regen stehen. Freddi Mercury-Nachfolger Paul Rodgers verließ immer wieder das Trockene und rockte im strömenden Regen.
Gitarrist Brian May und der hin und wieder auch singende Schlagzeuger Roger Taylor zeigten sich ebenfalls nicht wasserscheu und gingen immer wieder hinaus. Mehr als 26.700 Zuschauer feierten diesen Einsatz und die unverwüstliche Musik von Queen.
Nun, es war vielleicht nicht alles perfekt bei diesem vorletzten Konzert der Europatournee von Queen und Paul Rodgers, wie das mit einem Bassisten, zweitem Gitarristen und Keyboarder verstärkte Trio von Rock-Urgesteinen firmierte. 26.700 Zuschauer sind viel, wirken aber im schmucken Stadion etwas verloren - zu groß die Lücken im Oberrang. Vielleicht war dies ein Indiz für die nicht mehr so starke Zugkraft nach einer ausverkauften Hallentournee im Frühjahr.
Aber: Nirgends funktioniert der glamouröse Pomp von Queen besser als im Stadion. Besonders in einem mit offenem Himmel, in dem sich Mays langes Gitarrensolo ungehindert bis in die Schwerelosigkeit des Alls ausdehnen kann. In dem "We Will Rock You" ein Meer emporgereckter Arme in die Hände klatschen lässt und "We Are The Champions" natürlich zu Hause ist. Auch mit nur noch zwei Gründungsmitgliedern bleiben Queen eine Rock-Institution.
Dazu gehört eine besondere Einstellung zur Musik. Nicht nur eine professionelle, sondern die, die May, Taylor und Rodgers an diesem Mittwoch zelebrierten: Sie teilten ihre Musik mit den Fans vor allem im Innenraum, die ganz schön viel Regen wegsteckten. Trotzdem wurden kaum Schirme aufgespannt, trotzdem wurde gesungen, gefeiert und geklatscht. Es war eine Art Zauber, "A Kind Of Magic" eben.
Dabei hat die erste Tour ohne Mercury seit 19 Jahren gezeigt, dass der 1991 verstorbene charismatische Frontmann eigentlich nicht zu ersetzen ist. Die Videoeinspielung von "Bohemian Rhapsody" ließ keinen anderen Gedanken zu. Andererseits war Rodgers - klugerweise - nie als der "neue" Mercury angekündigt und "verkauft" worden. Rodgers brachte seine eigene Band-Geschichte ein und harmonierte prächtig mit May und Taylor. Seine Free- und Bad-Company-Stücke "Wishing Well", "Can't Get Enough" und "All Right Now" bereicherten das Programm.
Die rüstigen Mittfünfziger boten eine wunderbare Rockshow und vor allem die Erkenntnis, dass Queen-Musik lebt: Nicht nur als Tonkonserve zum Gewinn der Bezirksmeisterschaft im Fußball, Handball oder Minigolf, nicht nur als Soundtrack für ein abgedrehtes Musical, sondern als Konzertereignis für Fans von 15 bis 65.
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