Bundesvision Song Contest: Raab sieht sich als Alternative zum Grand Prix
zuletzt aktualisiert: 08.02.2006 - 12:53Frankfurt/Main (rpo). Am Donnerstag versammelt TV-Entertainer Stefan Raab wieder 16 Musik-Acts zum "Bundesvision Song Contest" in Wetzlar. Jedes Bundesland schickt einen Vertreter ins Rennen. Dann entscheidet das Publikum, wer die Nachfolge von Vorjahressieger Juli ("Geile Zeit") antritt. Raab fordert nun auch die Radiosender auf, mehr deutsche Popmusik zu spielen.
Der Entertainer behauptet, deutsche Musiker kämen nicht ins Radio, wenn sie nicht in den Charts seien. "Aber wie wollen sie dort hinkommen, wenn sie keiner kennt?", sagte Raab in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau". Zugleich mache er aber auch eine Diskrepanz zwischen den Verkaufscharts und den On-Air-Charts der Radiosender aus.
In den Verkaufscharts rangierten unter den ersten zehn Plätzen oft fünf, sechs deutsche Songs, in den Top 50 der Radiocharts seien jedoch nur ein oder zwei deutsche Künstler. An den Radiosendern sei diese Nachfrage wohl vorbeigegangen, sagte Raab. Zugleich sprach er sich gegen eine vorgeschriebene Radioquote aus, wie sie derzeit für deutschsprachige Popmusik diskutiert wird. Er sei kein Freund der Quote, "Geschmack lässt sich nicht per Gesetz regeln", betonte er. Stattdessen müsse es mehr Auftrittsmöglichkeiten für deutsche Bands geben. Dazu trage sein "Bundesvision Song Contest" bei.
Zugleich lehnte es Raab ab, die Sieger des von ihm initiierten Gesangswettbewerbs zum nationalen Vorentscheid des Grand Prix zu entsenden. Das müsse man dem Sieger "ersparen, dass er sich mit Vicky Leandros messen soll", sagte Raab und fügte hinzu: "Das können Sie von niemandem verlangen. Wir sind das Finale."
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