Richard Hawley: Lowedges
VON FRANK SAWATZKI - zuletzt aktualisiert: 12.03.2003 - 15:50Wenn das stimmt, was man sich so erzählt, wäre der Popmusik um ein Haar ein großer Entertainer verloren gegangen. Richard Hawley habe eigentlich gar nicht singen wollen.
Die alten Kumpels Jarvis Cocker und Steve Mackey von Pulp, für die Hawley ein Weilchen Gitarre spielte, sollen ihm dann Mut zugesprochen haben. Schon Hawleys Debüt "Late Night Final" (2001) besaß den Charme einer klassischen Storyteller-Platte: verträumt, sentimental, sehnsüchtig - irgendwo auf dem weiten Feld zwischen Twin Peaks, Nashville/Tennessee und Picadilly Circus 1966 angesiedelt. "Lowedges" bleibt dem Terrain treu und legt songtechnisch noch eine Schippe zu.
"Darlin'" ist so ein Lied, bei dem man sich wundern darf, dass Lee Hazlewood es nicht schon längst geschrieben und gesungen hat. "Darlin', you remember me, back when I used to be your darlin." So einfach sind die Geschichten, die Hawley erzählt. "Oh My Love" geht in die großen weiten Kurven, wie eine Roy-Orbison-Hymne, vielleicht haben wir es hier aber auch mit einem Bauchredner-Double von King Elvis zu tun. Wer weiß das schon. Und erst das Finale: "The Nights Are Made For Us" zählt zu den mondsüchtigsten Goodbye-Songs, die auf einem Pop-Album in den letzten Jahren zu finden waren.
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