Echo-Verleihung 2008: Rockig, rockiger, LaFee
zuletzt aktualisiert: 15.02.2008 - 22:30Berlin (RPO). Frech streckt sie den Fotografen die Zunge raus. In der Hand hält sie ihren Echo. Die 17-Jährige hat am Freitagabend den Preis als beste nationale Rock/Pop-Künstlerin gewonnen. Im Vorjahr waren es sogar zwei. Die haben in diesem Jahr übrigens DJ Ötzi und Herbert Grönemeyer abgeräumt.
Herbert Grönemeyer bekam am Freitagabend in Berlin den begehrten Musikpreis als bester nationaler Rock/Pop-Künstler und den für das beste Album. Als internationaler Rockpop-Sänger des Jahres wurde der Brite James Blunt ausgezeichnet. Den Hit des Jahres landeten DJ Ötzi und & Nik P. mit "Ein Stern (der Deinen Namen trägt)". Das Duo aus Österreich gewann auch noch einen zweiten "Echo" in der Kategorie Schlager.
Grönemeyer dankte seinem Management für den Antrieb zu immer neuen Projekten. "Denn bekanntlich neige ich zu Faulheit, Unpünktlichkeit und Überheblichkeit und bin extrem schwer zu handhaben", sagte er selbstironisch.
Bushido wurde wie schon im Vorjahr als bester Hip-Hop-Act Deutschlands geehrt. Zudem wurde der Berliner Rapper vom Publikum in einer Online-Abstimmung als bester Live-Act gewählt. Dazu sagte der 29-Jährige: "Das Voting-System war echt super kompliziert - da sage noch einer, Bushido-Fans sind dumm."
Den Echo als beste nationale Rock/Pop-Gruppe ergatterte die altgediente Hip-Hop-Formation Die Fantastischen Vier; als nationalen Newcomer des Jahres zeichnete die Jury Mark Medlock aus, den Gewinner von "Deutschland sucht den Superstar".
Als beste Alternative-Band weltweit prämierte die Jury die finnische Formation Nightwish, die mit ihrem Album "Dark Passion Play" auch in Deutschland Platz eins der Charts belegte. Erfolgreichste Alternative-Bands Deutschlands war nach Auffassung der Jury die Ärzte.
Der Echo gilt als einer der wichtigsten Musikpreise in Europa; die Gala ist der Höhepunkt des Musikjahres in Deutschland.
Zu der Parade der Popstars schritten dutzende Künstler aus der Rock- und Popszene über den rund 400 Meter langen roten Teppich ins Kongresszentrum ICC - vorbei an hunderten kreischenden Fans und fast ebenso vielen Fotografen und Kameras. Viel Applaus bekam im Blitzlichtgewitter die australische Pop-Diva Kylie Minogue, die später in einem schwarz-glänzendem Minikleid und mit blondem Pagenschnitt eine mitreißende Live-Performance zum Song "In My Arms" ablieferte.
Den Preis als beste nationale Rock/Pop-Künstlerin gewann die erst 17-jährige LaFee, die schon im Vorjahr völlig überraschend zwei Echos gewonnen hatte. Mit dabei im ICC waren auch Soulsänger Roger Cicero, die Hip-Hopper Fettes Brot sowie der Gewinner des Dschungelcamps Ross Anthony. Ebenfalls auf dem Teppich posierten die Düsterrocker Oomph!, die Teenie-Band Panik! und die Berliner Reggae-Combo Culcha Candela.
Moderiert wurde die Show wie schon in den vergangenen Jahren von Oliver Geissen, der als Partnerin erstmals Nazan Eckes an seiner Seite hatte. Die Auszeichnungen wurden in 25 Kategorien vergeben.
Der 70-jährige Fernsehmoderator Dieter Thomas Heck erhielt einen Echo-Sonderpreis für seine Verdienste um die deutschsprachige Musik, Schlagerkomponist Ralph Siegel hielt die emotionale Laudatio auf den Ruheständler. Der Komponist und Produzent Rolf Zuckowski erhielt eine Ehrung für sein Lebenswerk.
Echo für den "Hamma!"
Ausgezeichnet als erfolgreichster Produzent des Jahres wurde Andreas Herbig, der unter anderem den Culcha-Candela-Hit "Hamma!" auf seine Fahne schreiben kann. Den Preis für die erfolgreichste Musik-DVD räumten die inzwischen aufgelösten Böhsen Onkelz ab. Trotz dreier Nominierungen ging das mit favorisierte Duo Ich+Ich überraschend leer aus. Je einen Echo gewannen Nelly Furtado, Tokio Hotel, Mika und der US-HipHopper 50 Cent.
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