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Berliner Band
Seeed gewinnen Bundesvision Song Contest
Bundesvision Song Contest 2006 - die Show
Bundesvision Song Contest 2006 - die Show FOTO: ddp
Wetzlar (rpo). Der Bundesvision Song Contest 2007 findet in Berlin statt, denn die Combo Seeed aus der Bundeshauptstadt ist der diesjährige Gewinner des Musikwettberwebs. Die elfköpfige Gruppe konnte sich in der ausverkauften Mittelhessenarena in Wetzlar mit ihrem Song "Ding" durchsetzen. Auf Platz zwei landete die Bremer Rockand Revolverheld mit dem Lied "Freunde bleiben", Platz drei belegte die Gothic-Gruppe In Extremo aus Thüringen mit "Liam".

Wenn ich gewinne, dann trinke ich fünf Flaschen Äbbelwoi auf Ex", hatte Nadja Benaissa vor ihrem Auftritt beim "Bundesvision Song Contest 2006" in Aussicht gestellt. Dieser Einsatz blieb dem einstigen No-Angel-Mitglied in Wetzlar erspart. Nadja belegte bei der zweiten Auflage des von Entertainer Stefan Raab ins Leben gerufenen Pop-Wettbewerbs der Bundesländer den vierten Platz.

"Dieses Mal war es fast noch besser als letztes Jahr", zog Raab nach der rund vierstündigen Show, die live auf ProSieben übertragen wurde, Bilanz. 2005 hatte die Newcomer-Band Juli mit dem Lied "Geile Zeit" klar gewonnen und die Veranstaltung somit nach Hessen geholt. Gemeinsam mit Co-Moderatorin Janin Reinhardt und Elton führte Raab durch den Abend. Als Alternative zum deutschen Vorentscheid des Eurovision Song Contest hatte er den Wettbewerb im vergangenen Jahr gestartet. Jetzt will er ihn langfristig etablieren, um den "Musikstandort Deutschland" zu stärken.

Von Schleswig-Holstein bis Bayern traten am Donnerstagabend wieder alle 16 Bundesländer mit einem Lied an. Für jeden Geschmack war etwas dabei - von der Ballade über Pop, Elektropop, Dancehall bis HipHop und Rock, präsentiert von etablierten Künstlern wie den Massiven Tönen (Baden-Württemberg), Nadja Benaissa oder eben Seeed und noch unbekannten Bands und Sängern.

Für Stimmung in der mit 4.000 Zuschauern ausverkauften Halle sorgten die angereisten Fanblocks. Sänger Marlon (Niedersachsen) etwa musste bei Präsentation seiner romantischen Ballade "Was immer du willst" gegen laut skandierte Sprechchöre seiner Unterstützer ansingen. Zugaben forderten vor allem die bayerischen Anhänger von Tiptop. Vorgestellt wurden die Künsler und ihr jeweils "wahrscheinlich schönstes Bundesland" in kurzen, humoristischen Einspielfilmen.

Bei den Auftritten war dann auch optisch einiges geboten: Toni Kater (Sachsen-Anhalt) und ihre Band hatten sich als Bühnen-Outfit für weiße Fechtanzüge entschieden, In-Extremo brachten nicht nur selbst gebaute Instrumente, sondern auch ihr eigenes Piratenschiff mit, Tiptop aus Bayern überraschten mit überdimensionalen Instrumenten, die Massiven Töne präsentierten sich diesmal ganz adrett in schwarzen Anzügen, und die Band 200 Sachen rauschte konsequenterweise in Rollern auf die Bühne.

Bei der Punktevergabe, die per Telefon-Abstimmung oder SMS erfolgte, kristallisierten sich bald die Favoriten des Abends heraus: Seeed, In Extremo und Revolverheld ernteten von den Zuschauern hohe Noten. Am Ende behielten aber die Berliner mit ihrer Hymne auf ein "süßes Ding" mit 151 Punkten die Nase vorn vor Bremen (136) und Thüringen (134).

Den wohl prominentesten Paten hatte das Bundesland Niedersachsen. Wie schon im vergangenen Jahr war Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) zur Stelle, um seinem Land die Daumen zu drücken.

Live verfolgt wurde das Spektakel von 2,48 Millionen Zuschauern, etwas weniger als bei der Premiere vor einem Jahr, als 3,23 Millionen Menschen mitgefiebert hatten. Stefan Raab freut sich indes bereits auf seinen nächsten Einsatz: Der "Bundesvision Song Contest 2007" kommt aus Berlin.

Quelle: ap
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