Vorschau: So wird das Musikjahr 2008
VON SEBASTIAN DALKOWSKI - zuletzt aktualisiert: 02.01.2008 - 10:24Düsseldorf (RP). Große Namen werfen ihre Schatten voraus: Für das neue Jahr kündigten unter anderem Madonna, Metallica, Moby, R.E.M., Coldplay und Morrissey neue Alben an.
Was bringt das neue Jahr musikalisch? Jack Johnson veröffentlicht nach zwei Jahren Pause am 1. Februar sein fünftes Album „Sleep Through The Static”. Dass es sich um ein bretthartes Metal-Album mit achtminütigen Gitarrensoli handeln wird, ist eher unwahrscheinlich. Immerhin hat er aber zum ersten Mal nicht auf Hawaii, sondern in Los Angeles aufgenommen und kündigte in einem Interview mit dem Rolling Stone an, dass es statt akustischen auch mal elektrische Gitarren geben werde.
Am 22. Februar gehen Goldfrapp mit „Seventh Tree“ an den Start, der Nachfolger von „Supernature“ (2005), dessen Glamour das Duo diesmal hinter sich lassen will. Ob die Kritiker die Höchstnoten fürs Album oder Alison Goldfrapps neues Kleid zücken werden, wird sich zeigen. Zwei Tage später spielen die Smashing Pumpkins in Oberhausen ein Konzert, am 26. Februar in Hamburg, wie auf dem Album aber ohne die beiden Urmitglieder James Iha und D‘arcy Wretzky. Die neue Platte „Zeitgeist“ hat die Erwartungen nicht erfüllt, live können Corgan und Co das Gegenteil beweisen. Vielleicht spielen sie aber vor halbleeren Rängen, weil zwei Viertel der Smashing Pumpkins nicht mehr sind als Zwan. Das wird The Cure mit Sicherheit nicht passieren, die ebenfalls in Hamburg (15. Februar) und Oberhausen (16. März) spielen und seit geschätzten 30 Jahren durch die Welt ziehen, um die dunklen Seiten des Lebens zu vertonen.
Das Frühjahr beginnt mit Moby. Der veröffentlicht sein neuntes Album am 7. März. Über „Last Night“ sagt der Mann, der mit bürgerlichem Namen Richard Melville Hall heißt: „Es ist viel tanzbarer und elektronischer als meine letzten Alben, wahrscheinlich weil ich in letzter Zeit so viel als DJ gearbeitet habe.“ Am selben Tag schlurft Adam Green wieder durchs Plattenregal. Sein neues Album heißt „Sixes & Sevens“, das fünfte als Solokünstler, das erste seit „Jacket Full Of Danger“ (2006). Mögliche Songtitel wie „That Sound Like A Pony“, „Twee Twee Twee“ und „Sticky Ricki“ lassen vermuten, dass Green weiterhin zwei- bis dreiminütige Quatschsongs mit Melodien für Indie- Mädchen raushauen wird, die es trotzdem ins Feuilleton schaffen.
Dort landen R.E.M. ohnehin seit Jahren. Sänger Michael Stipe hat die neue Platte der Band für Anfang April angekündigt, mit den bescheidenen Worten: „Wir haben ein verdammt großartiges Album im Sack.“
Bis spätestens Frühsommer veröffentlichen Metallica ihr neuntes, noch namenloses Studioalbum, worauf auch Festivalauftritte bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ schließen lassen. Allein die Gerüchteliste zum neuen Album auf Wikipedia ist fast länger als der Beitrag zur Band selbst. Dort heißt es unter anderem, die neue Platte solle die fehlende Verbindung zwischen „… And Justice For All“ und „Metallica“ sein. Produzent ist auf jeden Fall Rick Rubin.
Damit nicht genug für den Sommer: Im Juni spielen Radiohead auf dem Hurricane Festival und dem Southside Festival (20. bis 22. Juni). Das Frühwerk der Band wird wohl nicht mehr zu hören sein, dafür bewegt sich die Band zu sehr auf Höhe der Zeit. Seinen bekanntesten Song „Creep“ spielt das Quintett schon seit Jahren nicht mehr, dafür gibt es garantiert einen Haufen vom neuen Album „In Rainbows“.
Etwa zur selben Zeit wie Radiohead könnte auch Madonna wieder von sich hören lassen, die erste Jahreshälfte wird zumindest anvisiert.
Am elften Studioalbum haben unter anderem Timbaland, Pharrell Williams und Justin Timberlake mitgearbeitet. Statt auf Disco wie „Confessions On A Dancefloor“ (2005) soll die neue Platte auf HipHop und R‘n‘B setzen. Wichtige Information für alle Frühwisser: Das Album wird auf keinen Fall „Licorice“ heißen. Die erste Jahreshälfte haben auch Coldplay für ihr viertes Album anvisiert, produziert von dem nicht ganz unbekannten Brian Eno. Ob gerade er den Bombastwahn des Quartetts aufhält, ist zweifelhaft.
Was Herbst und Winter bringen, ist zumeist noch ungewiss. Zumindest will dann Morrissey, die Ikone aller intellektuellen Zyniker, den Nachfolger von „Ringleader Of The Tormentors“ (2006) liefern. Das Album ist bereits geschrieben, aber noch ohne Titel.
Großes erwartet die Welt im Dezember: Pünktlich zum Fest erscheint das 164. Raritätenalbum von Nirvana. Grundlage ist eine Kassette, die ein Archäologe ausgerechnet in den Pyramiden von Gizeh entdeckt hat. Sie enthält Kurt Cobains erste Bäuerchen als Zweijähriger und ein bisher unentdecktes Gitarrensolo seiner Großmutter. Allerdings nur, wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen.
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