Live in Köln: The Hives: "Ihr müsst jetzt explodieren"
VON ROGER INGENTHRON - zuletzt aktualisiert: 29.11.2007 - 11:27Köln (RPO). Keine Angst, das Zitat "Ihr müsst jetzt explodieren" ist kein terroristischer Aufruf, sondern die Ankündigung von The Hives-Frontmann Pelle Almqvist zur aktuellen Hitsingle "Tick Tick Boom". So geschehen im Palladium Köln, wo die Schweden mit ihrer Definition von Rock`n Roll ein klasse Konzert spielten.
Dass dieser Abend ein gutes Konzert bieten würde, war klar. Nur Wenige der neuen, trendigen Bands haben so viele Smash-Hits im Gepäck wie die fünf Schweden. Ihren Stellenwert in der heutigen Musikszene beweist alleine schon der Umstand, dass das neue „The Black And White Album“ unter anderem von Pharell Williams (Justin Timberlake, Britney Spears) mitproduziert wurde.
Als gegen 21:20 Uhr der lässige Schriftzug der Band in einem knalligen Rot im Bühnenhintergrund erstrahlt, bricht erster Jubel aus. Spartanisch wie die Bühne sind auch die Protagonisten, die dann die Bühne betreten, gestylt. Schwarze Anzüge mit weißen Borden und schwarz-weißer Krawatte – das reicht. Nichts soll ablenken von der Botschaft: The Hives sind die coolste Rock'n'Roll-Band des Planeten.
Dies zumindest predigt Sänger Pelle Almqvist fast zwischen jedem Lied. Allerdings auf sehr sympathische Weise, denn sein gebrochenes Deutsch, dass er wirklich häufig zum Besten gibt, lässt jeden Zuschauer schmunzeln. Und Aussagen wie, "The Hives muss viele Stunde spiele in Köln. The Hives muss wohne in Köln" erntet natürlich lautstarken Jubel und ist das perfekte Vorglühen vor dem nächsten Schlag mit der Rock'n'Roll-Keule.
Diese schlägt mit allen Hits der letzten drei Alben zu. "Hate To Say I Told You So", "Two-Timing Touch And Broken Bones", "Walk Idiot Walk" oder der neueste Geniestreich “Tick Tick Boom" – The Hives gehen ins Ohr und bleiben da. Das verdankt die Band natürlich ihrem charmanten Frontmann, der es manchmal mit dem Predigen und sich feiern lassen etwas übertreibt, und ihrem Repertoire, das einfach auf die Bühnen dieser Welt gehört.
Den Fans wird hier nicht nur guter Rock'n Roll geliert sondern auch eine gut inszenierte Show. Mal unterstreicht die Band einen musikalischen Stopp mit eingefrorener Pose, die sie scheinbar unendlich beibehält ohne eine Miene zu rühren, dann wieder wird gesprungen, gemosht, gespuckt und geschrien, was das Rock'n Roll-Herz hergibt. Den Fans gefällt's.
Nach etwas mehr als einer Stunde verabschiedet sich eine klasse Band, die aufgrund ihrer guten Songs und Live-Qualitäten die Leiter noch höher erklimmen könnte. Allerdings bleibt die Frage, wie viel der Selbstbeweihräucherung und Lobesreden von Seiten The Hives ernst gemeint waren und wie viel zum allabendlichen Ritual gehört. Es bleibt der leichte Beigeschmack des Größenwahn. Wenn dieser allerdings auch auf den kommenden Platten und Konzerten so gut klingt, hat dieser auch eine gewisse Berechtigung.
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