The Vines: Highly Evolved
zuletzt aktualisiert: 25.07.2002 - 14:46Als der britische "New Musical Express", Zentralorgan für den wöchentlichen Pop-Hype auf der Insel, zu Jahresbeginn seine Top-Acts für die Saison vorstellte, war auch etwas über eine bis dato unbekannte Band namens The Vines zu lesen.
Bassist Patrick Matthews gab im NME-Porträt schon mal die Marschrichtung vor: "Wir können diese Metal-Bands nicht ausstehen, bei denen die Gitarren wie Fertig-Käse klingen."
Die Aussage ist nachzuvollziehen, wenn man nun das Debüt-Album des australischen Quartetts hört. "Highly Evolved" ist ein Düsenjägertrip in das goldene Zeitalter der Pop- und Rockmusik. Aufgenommen wurde es in der Sunset Sound Factory in Los Angeles, deren Inneres schon Led Zeppelin und die Stones gesehen hat.
Der Titelsong und "Ain't No Room" erinnern an die quälenden Rock-Spektakel von Iggy Pop & The Stooges. Davor und dahinter darf der geneigte Hörer in Harmonien schwelgen, die die Beatles und Beach Boys in ihren psychedelischen Tagen auch nicht besser hingekriegt hätten. Und irgendwo kriegt Sänger Craig Nicholls auch noch die Kurve in Richtung Kurt Cobain. Rock-Revival-Combos klingen trotzdem anders, die Vines kochen jeden ihrer Songs zu einer brodelnden Mixtur hoch frische Gewürze inklusive.
Von Frank Sawatzki
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