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Rassismus-Vorwürfe
Tim und Struppi nicht mehr kindertauglich

Rassismus-Vorwürfe: Tim und Struppi nicht mehr kindertauglich
"Tim im Kongo" ist in England heiß umstritten. FOTO: carlsen comics
Düsseldorf (RPO). Rassismus-Skandal um Tim und Struppi. Mehrere Buchhandelsketten in Großbritannien und den USA haben den Comic "Tim im Kongo" Medienberichten zufolge aus der Kinderabteilung verbannt. Der Band enthalte rassistische Inhalte.

Nach Darstellung der Süddeutschen Zeitung hatte zuvor aus diesem Grund die britische "Commission for Racial Equality" gefordert, den Comic aus dem Verkauf zu nehmen. Der Bildband des belgischen Autors Hergé fände sich nun nach Entscheidung der US-Buchhandelskette Borders in der Erwachsenenabteilung wieder. Diese könnten selbst entscheiden, was sie lesen. Schon zuvor war das Heft nur mit dem Zusatz verkauft worden, es enthalte "zeittypische paternalistische Stereotypen".

Der Internet-Anbieter 20min.ch berichtet, dass auch englische Buchhändler "Tim im Kongo" aus den Regalen für Kinder aussortieren wird. Herausgeber Egmont plane ebenfalls eine Kennzeichnung der Hefte.

Was ist dran an den Vorwürfen?

Fakt ist: Hergé stellt in seinem Comic Schwarze als unterzivilisierte und minderwertige Menschen dar. "Fang auf, Massa Hund..", textet er etwa einem schwarzen Matrosen in den Mund, als der Struppi einen Rettungsring zuwirft. "Du großer Zauberer! Du König der Tschibo, Dingsbums", beten sie den weißen Tim an.

Fakt ist: Der umstrittene Band stammt aus dem Jahr 1930. Das Heft spiegelt die damals übliche Weltanschauung wieder. Zur geschichtlichen Einordnung: In den USA war damals die Gleichberechtigung der Rassen mehr eine Vision als Realität. Schwarze und Weiß gingen etwa getrennt zur Schule, hatten getrennte Sitzplätze in öffentlichen Verkehrsmitteln. Rassimus zählte zum Alltag. Ähnliche Vorstellungen herrschten auch im damaligen Europa.

Fakt ist: "Tim im Kongo" war Nach Darstellung von 20min.ch bis 2006 als einziger Band nicht in England erhältlich. Als sich das änderte, soll es gleich zu Beschwerden bei der Gleichstellungs-Kommission gekommen sein. Die kam bei ihrer Prüfung zu einem eindeutigen Urteil: Das Buch enthalte hässliche rassistische Vorurteile in Bildern und Worten, in denen die Eingeborenen wie Affen aussehen und wie Schwachköpfe reden.

Fakt ist: Die Verkaufszahlen des Comicbandes schnellten im Anschluss an den öffentlich ausgeführten Rassismusstreit nach Informationen des Schweizer Portals rasant in die Höhe.

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