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Geschenk-Tipps zum Hören

Sie suchen noch ein musikalisches Geschenk? Wir haben die Empfehlungen unserer Kulturredaktion zusammengefasst.

Unsere erste Kategorie: Herzenssache.

 

Geschenk-Tipps zum Hören

Tipp von Annette Bosetti
Udo Lindenberg: „Stärker als die Zeit“
Als er jung und ich noch viel jünger war als er, trug er mich schon durch schwere Zeiten. Heute, mit 71, schafft Udo Lindenberg das immer noch mit neuen Liedern. Mit ihm kann man durchstarten, wenn man droht, wieder einmal verlorenzugehen. Hinterm Horizont geht’s weiter. Das hat er altersweise bewiesen.

 

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Tipp von Wolfram Goertz
London Brass: „In dulci jubilo“
Weihnachten ohne Blechbläser ist beinahe wie Ostern ohne bemalte Eier: Der geschmetterte Glanz aus Trompeten, Posaunen, Hörnern und Tuben gehört einfach zum Fest dazu. Das kann kaum einer besser als das wunderbare Ensemble London Brass: Ihr Album „In dulci jubilo“ wurde jetzt neu aufgelegt und klingt frisch wie eh und je. Mit diesen Klängen wird allen warm ums Herz. 

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Tipp von Philipp Holstein
A Certain Ratio: „Force“ 
Herrliches Album aus dem Jahr 1986. A Certain Ratio haben bei Factory veröffentlicht, dem Label von Joy Division. Auf ihren ersten Platten klangen sie tatsächlich stark nach den großen Kollegen. Aber dann sind sie nach New York gereist, haben Funk gehört und Fela Kuti, und fortan hatten sie den Groove. Tipp: zuerst das Lied „Bootsy“ hören.

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Tipp von Klas Libuda
The National: „Sleep Well Beast”

Schöne Vorstellung: In den Weihnachtsnächten von der Familie nach Hause fahren und im Auto dieses Album hören. The National machen den tollsten traurigen Indierock, und auch wenn die Texte zuweilen rätselhaft erscheinen, fühlt man jedes Wort. Es ist die achte Platte der Band, und das Beste ist: Sie wird immer noch besser.

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Unsere nächste Kategorie: Klassiker

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Tipp von Annette Bosetti:
Yehudi Menuhin: „Beethoven, op. 61“

Beethoven schrieb nur ein Violinkonzert, das Tröstliches und Strahlendes, auch Freudiges unter virtuosen Anforderungen vorhält. Aus vielen Aufnahmen sticht die alte Wiedergabe von Yehudi Menuhin heraus – mit Londons Philharmonikern unter Furtwängler. Kostbarer war keine Kadenz, von Humanismus durchdrungen ist seine Geigenkultur.

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Tipp von Wolfram Goertz:
Wilhelm Furtwängler: Beethoven in Luzern

Wie der Dirigent Wilhelm Furtwängler auch anderen Orchestern seinen Stempel aufdrückte, das kann der Musikfreund beispielhaft in einem Mitschnitt aus dem Kunsthaus Luzern vom August 1953 nachprüfen. Mit dem Swiss Festival Orchestra musiziert er Schumann (4. Sinfonie) und Beethoven (3. Sinfonie, "Eroica") herrlich exzessiv, mit suggestivem Zugriff. 

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Tipp von Philipp Holstein:
The Smiths: „The Queen Is Dead“

Das Meisterwerk von Morrissey und Johnny Marr in der Deluxe-Version auf vier CDs. Enthalten sind Demos, B-Seiten und Filmmaterial von Jim Jarmusch. Das Juwel indes ist CD Nummer drei, die den Mitschnitt eines Konzerts in Boston vom August 1986 bietet. Allein der erste Refrain von „There’s A Light That Never Goes Out” ist das Geld wert.

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Tipp von Klas Libuda:
DJ Shadow: „Endtroducing“

Zunächst einmal ist er ja kein DJ, sondern Sammler. Angeblich soll DJ Shadow 60.000 Platten besitzen, auf sein Debütalbum von 1996 schafften es immerhin 500. Der DJ hat diese bahnbrechende Platte ausschließlich aus Samples zusammengesetzt, zu etwas Eigenem. Das gibt es auf CD und auch Vinyl.

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Die nächste Kategorie: Zukunftmusik.

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Tipp von Annette Bosetti:
David Gilmour: „Live at Pompeii“

Ich bin verfallen dieser Stimme, verfallen dieser Gitarre, verfallen diesem „Wish You Were Here”, einem der großen Klassiker der Pop-Geschichte. Bezüge in die Vergangenheit (Pink Floyd in Pompeji) zeugen von der Qualität des Solomusikers Gilmour, geben eine Art Ewigkeitsgarantie. Er wird immer so fein weitermachen.

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Tipp von Wolfram Goertz:
Lucas Debargue: „Musik vom Szymanowski“

Der junge Pianist Lucas Debargue, soeben mit dem Echo Klassik ausgezeichnet, entdeckt auf seiner neuen CD nicht nur Sonaten von Franz Schubert, sondern spürt auch hellsichtig der grandiosen, nur selten gespielten 2. Sonate A-Dur des polnischen Komponisten Karol Szymanowski (1882 bis 1937) nach. Das ist Musik, die zwischen  den Zeiten leuchtet.

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Tipp von Philipp Holstein:
Vince Staples: „Big Fish Theory“

Kendrick Lamar ist der größte Rapper der Gegenwart, aber gleich danach kommt Vince Staples. Der 24-Jährige hat gerade sein zweites Studioalbum veröffentlicht, und es ist – wie sein Vorgänger „Summertime 06“ – großartig. Staples mischt HipHop mit House, und unterstützt wird er dabei von: Kendrick Lamar.

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Tipp von Klas Libuda:
Julien Baker: „Turn Out The Lights”

Die US-amerikanische Gitarristin, Pianistin und Sängerin Julien Baker hat soeben ihr zweites Album veröffentlicht, und schon freut man sich auf das dritte, vierte und fünfte. Die 22-jährige Songwriterin hat auf der aktuellen Platte zehn Klagelieder versammelt, die schlicht und ergreifend sind.

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Nächste Kategorie: Entdeckung.

Geschenk-Tipps zum Hören

Tipp von Annette Bosetti:
Khatia Buniatishvili: „Motherland“

„Was mir behagt, ist die muntre Jagd“, heißt es in Bachs für Piano bearbeiteter Kantate. Das nimmt die Georgierin ernst beim klangschönen Waldkonzert. Unter freiem Himmel hebt sie ehrfürchtig an zu ihrem wie ferner Gesang klingenden Spiel. Zart, dosiert, intim, poetisch flaniert sie federnd  durch die Partitur. Nimmt jeden mit.

Geschenk-Tipps zum Hören

Tipp von Wolfram Goertz:
Samson François: „Klavierwerk von Chopin“

Er gilt als Referenzgröße für die Klaviermusik von Frédéric Chopin: der französische Pianist Samson François (1927 bis 1970). In seiner Heimat wurde er oft mit dem kanadischen Pianisten Glenn Gould verglichen. Tatsächlich hat seine Art, die Musik des polnischen Komponisten zu spielen, etwas Ereignishaftes. Jetzt gibt es alle Chopin-Aufnahmen in einer 10-CD-Box.

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Tipp von Philipp Holstein:
Wadada Leo Smith: „Najwa“

Der 75 Jahre alte Trompeter gehört zur Jazz-Avantgarde, und hier huldigt er Kollegen wie Ornette Coleman und John Coltrane. Bill Laswell spielt Bass, Henry Kaiser Gitarre, und am schönsten ist es, wenn die fünf langen Stücke zu schweben beginnen. Jazzrock im Stile von Miles Davis‘ Alben aus den frühen 1970er Jahren.

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Tipp von Klas Libuda:
Slowdive: „Slowdive“

Die Band ist gar nicht neu, brachte das Vorgänger-Album „Pygmalion“ allerdings 1995 heraus, und wer Ende der 80er geboren wurde, hat davon noch nichts mitbekommen. Jetzt ist die Shoegaze-Band zurück, und dieses Album klingt nicht nur schwelgerisch, traumhaft und gut, sondern auch zeitgemäß.