| 14.20 Uhr
Stars ehren Pop-Diva
Whitney Houstons Tod überschattet Grammys
Whitney Houston: Ihre Weltkarriere
Whitney Houston: Ihre Weltkarriere FOTO: dapd, MARK LENNIHAN
Los Angeles. Wenige Stunden vor der Verleihung der Grammys hat der überraschende Tod von Pop-Diva Whitney Houston die Musikszene erschüttert. Bei der Show am Sonntagabend will man der Sängerin gedenken, dennoch sollen die Musikpreise gefeiert werden.

"Es gibt ein paar Änderungen im Skript, aber es soll eine große Musikshow bleiben", sagte Produzent Ken Ehrlich gegenüber CNN. "Sie hätte das auch so gewollt. Sie war eine große Künstlerin, eine große Darstellerin und wusste wie wichtig es ist, ein Publikum zu begeistern. Und genau das wollen wir heute Abend tun."

"Wir haben eine so lange Beziehung zu Whitney", sagte Ehrlich über die 48-Jährige, die selbst sechs der kleinen goldenen Grammophone gewonnen hatte. "Deshalb wollen wir nichts machen, was irgendwie respektlos erscheinen könnte."

Er habe Sängerin und Schauspielerin Jennifer Hudson ("Spotlight") gebeten, "etwas vorzubereiten", sagte Ehrlich. "Es wird kein volles Programm, um sie zu ehren. Dafür ist alles noch zu frisch, das ist noch zu früh. Wichtig ist uns, dass es etwas wirklich respektvolles und passendes wird, um Whitneys Andenken zu ehren." Hudson hatte noch am Vorabend der Grammy-Verleihung auf einer Veranstaltung über Houstons Einfluss auf ihre Karriere gesprochen.

Fassungslosigkeit bei den Stars

Weltweit reagierten vor allem Künstlerkollegen aus dem Musik- und Showgeschäft mit Bestürzung. "Der Tod meiner Freundin bricht mir das Herz. Als eine der großartigsten Stimmen, die jemals die Welt beehrten, wird sie niemals vergessen werden", erklärte etwa der US-Popstar Mariah Carey.

Auch Houstons Patentante Aretha Franklin war fassungslos über die Nachricht vom Tod der Sängerin. "Ich kann jetzt nicht darüber sprechen", erklärte sie. "Es ist so bewegend und unglaublich. Ich konnte nicht glauben, was ich auf dem Fernsehschirm gelesen habe."

Bei Twitter äußerten sich einige Künstlerkollegen zum Tod der einstigen Diva. "Es ist so furchtbar. Wir werden dich immer lieben, Whitney", schrieb etwa Katy Perry. Auch Pink zeigte sich bestürzt: "Whitney war der Grund, warum viele von uns tun, was wir tun", schrieb sie.

Zuletzt war Houston bei einer Feier im Vorfeld der Grammys mit der Sängerin Kelly Price aufgetreten. Gemeinsam sangen sie den Gospel-Klassiker "Jesus Loves Me". Sänger und Gastgeber des Abends, Kenny Lattimore, sagte, Houston sei gesellig und in guter Verfassung gewesen. "Sie machte den Eindruck, als hätte sie einen tollen Abend", sagte Lattimore. Freunde und Verwandte, darunter ihre Tochter Bobbi Kristina, seien bei ihr gewesen.

Der Priester Al Sharpton kündigte für die Messe am Sonntagmorgen in der Zweiten Baptistenkirche in Los Angeles ein Gebet für Houston an. "Am Morgen vor den Grammys sollte die Welt innehalten und beten, zum Andenken an einen begabten Singvogel", sagte Sharpton.

Ist Houston in der Badewanne ertrunken?

Houston wurde nach Polizeiangaben am Samstagnachmittag tot in einem Hotelzimmer in Beverly Hills aufgefunden. Sie wurde nur 48 Jahre alt. Hinweise auf ein Verbrechen gab es nicht. Die Todesursache war zunächst noch unklar, wie Houstons Sprecherin Kristen Foster sagte.

Houstons Leichnam wurde am frühen Sonntagmorgen in ein Leichenschauhaus gebracht worden. Danach werde eine Autopsie durchgeführt, erklärte ein Sprecher der Gerichtsmedizin von Los Angeles, Brian Elias. Ein Termin für die Obduktion der Leiche stehe noch nicht fest. Zuvor wolle man die Berichte der Ermittler abwarten, sagte Elias. Er wollte sich nicht dazu äußern, wie Houstons Leichnam aufgefunden wurde. Das Onlinemagazin TMZ.com meldete, Houston sei womöglich in der Badewanne ertrunken.

Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben um 15.43 Uhr einen Notruf vom Sicherheitspersonal des Hotels. Sanitäter, die wegen einer Grammy-Party vor Ort waren, hätten vergeblich versucht, Houston wiederzubeleben. Um 15.55 Uhr sei die Sängerin für tot erklärt worden.

Houston galt als Golden Girl der Musikindustrie

In den 1980er und 1990er Jahren galt Houston als das Golden Girl der Musikindustrie. Zu ihren Hits zählen Lieder wie "Saving All My Love for You" und "I Will Always Love You". Houston gewann zahlreiche Grammys und verkaufte laut ihrer Website mehr als 170 Millionen Alben, Singles und Videos. Zudem trat sie in Filmen wie "Bodyguard" und "Warten auf Mr. Right" auf.

Immer wieder hatte Houston jedoch mit Drogenproblemen zu kämpfen, ihre Stimme versagte immer öfter. Sie räumte ein, Marihuana, Kokain und Tabletten genommen zu haben. "Ich bin mein größter Fluch", sagte Houston 2002 in einem Interview des US-Fernsehsenders ABC. "Entweder bin ich mein bester Freund oder mein größter Feind."

Zwar veröffentlichte sie 2009 ein Comeback-Album, doch ihre Tournee im Jahr darauf war von Negativschlagzeilen geprägt: Sie musste etliche Konzerte wegen Krankheit absagen und erhielt negative Kritiken von Fans, die von Houstons Gesang und Auftritten enttäuscht waren. Berichte über einen angeblichen Drogenrückfall wies die Exfrau des R&B-Sänger Bobby Brown zurück. Eine Sprecherin erklärte im Frühjahr 2011, die Sängerin habe sich erneut in eine Entzugsklinik begeben.

Quelle: APD/dpa/sap
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