Tod Michael Jacksons: Wie die Nachricht um die Welt ging
zuletzt aktualisiert: 26.06.2009 - 09:50New York (RPO). Am schnellsten war ein Internet-Portal: Die erste Nachricht vom Tod von Michael Jackson kam am Donnerstag von TMZ.com, einem auf Promi-Geflüster spezialisierten Web-Angebot der AOL-Gruppe. Binnen Minuten verbreitete sich die Nachricht vom Tod des selbsternannten "King of Pop" via Twitter. Die Software von Google News ging aufgrund der massenhaften Anfragen sogar zeitweilig von einer Hacker-Attacke aus.
"Wir haben einen Hinweis bekommen", sagte TMZ-Chefredakteur Harvey Levin. "Wir hätten es nicht gebracht, wenn wir nicht sicher gewesen wären." Danach bestätigten die "Los Angeles Times" und die Nachrichtenagentur AP Michael Jacksons Tod.
Kurz darauf begannen die Hauptnachrichtensendungen im Fernsehen, und die "Anchors" von CBS oder ABC brachten die überraschende Nachricht an erster Stelle - obwohl sie dafür eigentlich Berichte über die ebenfalls am Donnerstag gestorbene Schauspielerin Farrah Fawcett vorbereitet hatten. Bei MTV wurden Jacksons Musikvideos "Beat It" und "Thriller" gezeigt.
Jackson dominierte auch das Twitter-Rauschen - mehr Tweets pro Sekunde zu einem Thema gab es zuletzt bei der Wahl von Barack Obama im November 2008. "Wir haben mehr als doppelt so viel Tweets pro Sekunde erlebt, als die Nachricht rauskam und die Leute ihren Schmerz und ihre Erinnerungen teilen wollten", schrieb Twitter-Mitbegründer Biz Stone in einer E-Mail. Zu ihnen gehörten auch prominente Twitter-Nutzer wie Lindsay Lohan, Ashton Kutcher, John Mayer und Ryan Seacrest.
Zwischenzeittlich beschäftigten sich 15 Prozent aller Twitter-Einträge mit Jacksons Tod, bloggte Ethan Zuckerman vom Berkman Center for Internet and Society an der Harvard University. Die Tweets zu den Protesten im Irak hätten hingegen nie einen Anteil von fünf Prozent überstiegen. Später sei der Anteil der Jackson-Nachrichten bei Twitter auf drei Prozent gesunken. Zuckerman kommentierte, die Schweinegrippe sei "während der größten Panik" nicht darüber hinausgekommen.
Die Google-Technik betrachtete die heftige Nachfrage nach Michael Jackson zunächst als einen koordinierten Hacker-Angriff. Als Schutzmaßnahme mussten Nutzer des Dienstes Google News etwa eine halbe Stunde lang einen "Captcha"-Check absolvieren, also eine angezeigte Buchstaben-Ziffern-Folge eingeben, ehe die News-Ergebnisse der Michael-Jackson-Anfrage angezeigt wurden.
Das Hauptangebot der Google-Suche sei nicht betroffen gewesen, sagte Google-Sprecher Gabriel Stricker. Das Monitoring-System von Akamai für den "Net Usage Index" stellte fest, dass der Datenverkehr von Nachrichtenseiten im Web um 50 Prozent nach oben schnellte.
Bei iTunes eroberte "Thriller" innerhalb weniger Stunden den ersten Platz der meisten Downloads bei vollständigen Alben. Auch YouTube verzeichnete eine starke Nachfrage nach Videos mit Michael Jackson, während bei Facebook Mahnwachen und Online-Gedenkaktionen organisiert wurden. Bei Amazon.com belegen Michael Jacksons Alben die ersten 15 Plätze in den Verkaufs-Charts. Bei Amazon.de stehen in den Top 10 sieben seiner Alben.
Das Online Lexikon Wikipedia hatte zeitweise Probleme. Das Portal CNet berichtete, dass die Seite zu Michael Jackson zwischenzeitlich zusammengebrochen war. Ein Teil der Nutzer hatte den Eintrag zu Michael Jackson um die Information seines Todes ergänzt, während ein anderer Teil der Nutzer versuchte, diese Änderung als unbewiesen zu kennzeichnen.
Bei YouTube sammeln sich inzwischen unter den Jackson-Videos regelrechte Kondolenzbücher der Fans aus aller Welt. Mit Botschaften wie "Du wirst für immer der Beste sein!", "The King Forever!", oder schlicht "Ruhe in Frieden, Michael", nehmen die Nutzer Anteil am Tod ihres Idols.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




