Ruhrfestspiele wollen Interims-Leiter bestellen: Nach Intendanten-Chaos soll Ruhe einkehren
zuletzt aktualisiert: 07.09.2004 - 15:42Recklinghausen (rpo). Spektakulär war der Rauswurf von Frank Castorf als künstlerischem Leiter der Ruhrfestspiele Recklinghausen, am Mittwoch soll über seinen Nachfolger entschieden werden, um, wie Verwaltungsdirektor Reinhard Strehlau mitteilte, "Ruhe in die Sache zu bringen".
Dem Aufsichtsrat der Ruhrfestspiele stehen mehrere Kandidaten zur Wahl. Strehlau geht davon aus, dass im Laufe des Tages ein Nachfolger als künstlerischer Leiter und geschäftsführender Festspielleiter des renommierten Festivals benannt werde.
Nach dem Rauswurf Castorfs und dem Rücktritt Gérard Mortiers als Intendant der Ruhrfestspiele wird der neue Posten an der Spitze des Festivals als Zwischenlösung bis 2006 vergeben. Man wolle jetzt erst einmal für eine Konsolidierung des Festivals sorgen, erklärte Strehlau. Im Frühjahr kommenden Jahres wollten sich die Gesellschafter der Ruhrfestspiele - die Stadt Recklinghausen und der Deutsche Gewerkschaftsbund - dann nach einer endgültigen Lösung umsehen.
Ende Juni war es wegen eines massiven Einbruchs bei den Zuschauerzahlen der Ruhrfestspiele zu einem Eklat gekommen. Der renommierte Regisseur Castorf wurde nach nur einer Saison entlassen, der Fortbestand des Festivals wegen eines Verlusts von 700 000 Euro in 2004 öffentlich in Frage gestellt. NRW-Kulturminister Michael Vesper (Grüne) hatte die Entlassung Castorfs bedauert und das von den Gesellschaftern gewählte Verfahren als "absolut inakzeptabel" kritisiert. Zudem wurde die Kooperation zwischen den Ruhrfestspielen und der RuhrTriennale ausgesetzt.
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