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Leipzig
Neuer Thomaskantor setzt sich ohne Bewerbung durch

Leipzig. Gotthold Schwarz soll neuer Thomaskantor in Leipzig werden. Das gab Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) gestern bekannt. Schwarz hat den weltberühmten Thomanerchor zwar schon seit 2015 kommissarisch geleitet, dennoch ist die Personalentscheidung eine große Überraschung. Denn damit setzte sich keiner der vier Probekandidaten durch, die eine eigens eingesetzte Findungskommission in einem aufwendigen Verfahren ausgesucht hatte und die jeweils probeweise mit dem Chor zusammenarbeiteten. Schwarz gehörte nicht zu diesem Kandidaten-Kreis.

"Manchmal sieht man im Wald die Bäume nicht", sagte Burkhard Jung. Schwarz sei ein "hochkompetenter Mann", der über die Jahre immer mal wieder eingesprungen sei, um den Thomanerchor zu leiten. Als im vergangenen Jahr Georg Christoph Biller, der den Chor seit 1992 geleitet hat, den Posten aus gesundheitlichen Gründen abgegeben hatte, wurde Gotthold Schwarz vorübergehend zum Thomaskantor berufen.

Der Geschäftsführer des Knabenchores, Stefan Altner sagte, er sei sehr froh, dass er nun bis 2020 Planungssicherheit habe. Der Leipziger Stadtrat muss noch über die Personalie entscheiden. Die Berufung scheint jedoch sicher. Schwarz setzte sich gegen die vier Probekandidaten Markus Teutschbein, Clemens Flämig, Markus Johannes Langer und Matthias Jung durch. Nach der Probewoche mit dem Chor waren Teutschbein und Flämig in die engere Wahl genommen worden. Offensichtlich überzeugten sie jedoch nicht vollends.

(dpa)
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