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Neuss
Neuss berät morgen über Jugendstil-Sammlung

Neuss. Rund 600 exquisite Werke der Jugendstil-Kunst umfasst eine private Sammlung, die der Besitzer der Stadt Neuss als Schenkung anbietet - unter der Voraussetzung, dass dafür das Clemens-Sels-Museum erweitert wird. Morgen wird der Rat beraten, ob die Sammlung angenommen, das Museum erweitert wird. Allerdings ist noch offen, ob es nicht zu einer Vertagung kommt, nachdem Bürgermeister Reiner Breuer (SPD) Bedenken geäußert hat. Nun zeichnet sich ab, die Abstimmung in den Januar oder gar Februar zu verschieben. Von Helga Bittner

Viel Zeit können sich die Politiker indes nicht mehr lassen. Der Schenker drängt auf eine Entscheidung, hätte gern die Fertigstellung des Museums zu seinem 90. Geburtstag in vier Jahren. Bislang konnte sich weder die Koalition aus CDU und Grünen noch die SPD intern zu einer Mehrheitsentscheidung durchringen. Einzig die Kulturpolitiker aller Fraktionen hatten sich eindeutig positioniert und Annahme der Schenkung sowie Erweiterung des Museums empfohlen.

Der Kölner Architekt Gernot Schulz hatte drei Modelle entworfen, die in Modulbauweise errichtet werden können. Die derzeit veranschlagten Kosten liegen zwischen elf und 20 Millionen Euro. Sie sind es vor allem, die die Politik vor eine Zerreißprobe stellen. Neuss hat ein strukturelles Defizit von rund 20 Millionen Euro. Andererseits stellt die Jugendstil-Sammlung nach Schätzung eines Christie's-Experten einen Wert von rund 35 Millionen Euro dar und gilt nicht nur europaweit als eine der größten geschlossenen Jugendstil-Sammlungen überhaupt.

Sie vereint nicht nur Gemälde, Zeichnungen Möbel, Leuchten und Glas - alles Werke großer Jugendstil-Künstler -, sondern auch den deutschen Jugendstil mit der Art Nouveau aus Frankreich, dem Secessionsstil aus Österreich oder dem Modern Style aus England. Da die Sammlung bestens zur Symbolisten-Sammlung des Sels-Museum passt, wird schon seit Jahren versucht, den Besitzer zu der Vergabe an Neuss zu bewegen. Und es ist völlig klar: Eine solche Chance wird die Stadt nie wieder bekommen.

Quelle: RP
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