Ausblick 2006: Punkprinzessin, Pop und Op in NRW-Museen
zuletzt aktualisiert: 19.12.2005 - 12:33Düsseldorf (rpo). Kulturell gesehen verspricht das Jahr 2006 einiges, mehrere Institute ziehen an einem Strang, um beispielsweise ganzjährig in der Ausstellung "Quadriennale" das Thema "Körper" facettenreich von allen Seiten zu beleuchten. Für die Museen in NRW ein Kunstspagat der besonderen Art.
Ein Klassiker der Moderne steht mit Francis Bacon im Zentrum einer Ausstellung der Kunstsammlung NRW in der Landeshauptstadt. In "The Human Body" sind ab September rund 50 Werke des englischen Malers versammelt, der beunruhigende und zugleich fesselnde Studien des menschlichen Körpers schuf. Einen ganz anderen Umgang mit dem menschlichen Körper pflegt die englische Modedesignerin Vivienne Westwood. Vor dieser "Prinzessin Punk", so der Titel der ab 6. Februar laufenden Ausstellung, verbeugt sich das NRW-Forum. Wichtige Schritte in Westwoods Karriere werden veranschaulicht mit hippen Videos von Catwalks, Schuh-, Hut-, Accessoire- und natürlich Kleider-Modellen.
Das Museum Kunst Palast widmet ab 9. September als erste Institution in Deutschland dem Maler Michelangelo Merisi da Caravaggio (1573-1610) eine Einzelausstellung. An der Schwelle vom Manierismus zum Barock erneuerte Caravaggio mit seiner wirklichkeitsnahen Darstellungsweise und der bravourösen Inszenierung von Licht und Schatten die Malerei. Mit hochkarätigen Leihgaben unter anderem aus Rom, Neapel, Florenz und Berlin präsentiert die Schau in Düsseldorf etwa 30 Werke aus verschiedenen Schaffensphasen des Künstlers.
Zero und das letzte Wort der Kunst
Neben der "Quadriennale" gibt es in Düsseldorf aber noch weitere Highlights: wie die Hommage an die legendäre Künstler-Avantgarde-Gruppe ZERO (ab 9. April im Museum Kunst Palast), die 250 Arbeiten von 49 Künstlern wie Günther Uecker, Otto Piene, Yves Klein und Lucio Fontana zeigt. Und anlässlich des 150. Todestages von Heinrich Heine und Robert Schumann führt die Kunsthalle diese beiden herausragenden Figuren der deutschen Kulturgeschichte ab 12. März unter dem Titel "Das letzte Wort der Kunst" zusammen.
Mitten in die künstlerische Blütezeit des 19. Jahrhunderts kehrt auch das Essener Folkwang-Museum zurück, um ab 5. Mai den Maler Caspar David Friedrich zu würdigen. "Die Erfindung der Romantik" heißt die Schau mit rund 80 Ölgemälden und über 100 Zeichnungen und Aquarellen aus mehr als 50 Museen und Privatsammlungen. Die 17 Ausstellungskapitel führen das Schaffen Friedrichs in seiner ganzen Vielfalt vor Augen.
Einblicke in New Yorker Architektur
In zwei weiteren Zentren der Museumskultur, in Bonn und Köln, geht es nicht weniger prominent zu. In der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle gastieren ab 17. Februar "Französische Meisterwerke des 17. und 18. Jahrhunderts aus deutschen Sammlungen". Dabei sind rund 150 Werke von Poussin, Lorrain, Watteau, Fragonard und anderen zu sehen. Ab 21. Juli steht die Ausstellungshalle dann ganz im Zeichen des New Yorker Guggenheim-Museums. Auf rund 6000 Quadratmetern Fläche präsentiert das Guggenheim Teile seiner Sammlung, mit 250 Werken von Paul Klee bis Pablo Picasso, von Roy Lichtenstein bis Richard Serra. Der zweite Teil des Guggenheim-Projekts liefert Einblicke in die Architektur des New Yorker Hauses, das von Frank Lloyd Wright gebaut wurde.
Einen der wohl bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts ehrt das Museum Ludwig in Köln: den Surrealisten Salvador Dalí. Unter dem Titel "La Gare de Perpignan. Pop, Op, Yes-yes Pompier" steht ab 18. März sein Monumentalgemälde "La Gare de Perpignan" im Mittelpunkt. Ausgewählte Werke Dalís und weiterer Künstler gruppieren sich darum. Ab 2. Dezember zeigt das Haus unter dem Titel "Keinen Tag ohne Linie" Werke des Malers und Graphikers Paul Klee. Zu sehen sind rund 200 Spätwerke auf Papier aus der Sammlung des im Juni 2005 eröffneten Paul Klee Zentrums in Bern, zu denen Klee sich von der Natur inspirieren ließ.
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