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Düsseldorf
Rihanna verblüfft mit experimentellem Album

Rihanna verblüfft mit experimentellem Album "Anti"
FOTO: dpa, uw soe pil sja
Düsseldorf. Das ist nicht das Album, das man erwartet hat, es enthält nämlich keine Hits, aber es ist eine ambitionierte und gute Platte geworden. Rihanna hat nach chaotischem Vorgeplänkel gestern ihr neues Werk "Anti" ins Internet gestellt - als Gratis-Download. Nachts hatte die 27-Jährige noch angekündigt, die 13 Stücke, die bereits für November erwartet worden waren, seien zunächst nur auf der bislang wenig erfolgreichen Plattform "Tidal" zu kaufen, an der sie, ihr Mentor Jay Z und dessen Frau Beyoncé Anteile halten. Offenbar hat ein Kunde das Album aber illegal im Internet verbreitet, so dass Rihanna das Album vormittags komplett freigab. Von Philipp Holstein

Man fragt sich, was ihre Manager und Berater wohl gedacht haben, als sie die Stücke zum ersten Mal vorgespielt bekamen. Rihanna gehört mit Taylor Swift und Katy Perry zu den drei größten weiblichen Popstars der Welt, aber auf der ersten neuen Platte seit drei Jahren gibt es im Grunde keinen radiotauglichen Song. Sie verabschiedet sich vom Teen-Pop und wagt das Experiment - und das kurz bevor sie im Februar ihre Tournee durch die Stadien der Welt beginnt. Die Atmosphäre ist düster, es regiert das Midtempo, es gibt kaum Refrains, obwohl gerade die das Kerngeschäft von Stars wie Rihanna sind. Es geht ihr um Texturen, um Atmosphären, um eine Platte, mit der sie sich von allen Zuschreibungen befreit - wie Beyoncé vor zwei Jahren, als sie ihr großartiges Album "Beyoncé" ins Netz stellte und einen Triumph feierte.

Rihanna kann mit ihrer Stimme jeden Song zum Hit machen. Sie wird denn auch meist in letzter Minute ins Studio geholt, um auf Instrumentals fremder Produzenten Verse fremder Autoren zu singen. Nun hat sie erstmals an fast allen Songs mitgeschrieben; die Ausnahme ist die sehr gelungene Coverversion des Tame-Impala-Stücks "New Person, Same Old Mistakes". In anderen Liedern verfremdet sie ihre Stimme, singt zu schlurfenden Dubstep-Beats. Man hört Einflüsse aus Jazz und Funk; "Love On The Brain" ist Sixties-Soul, und fast jedes Lied ist besser als die schwache Vorab-Single "Work".

Verblüffende Platte.

Quelle: RP
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