Neues Album des Ex-Beatles: Ringo Starr reist mit "Ringo Rama" in die Vergangenheit
zuletzt aktualisiert: 19.05.2003 - 11:13Hamburg (rpo). Auf Ringo Starrs neuem Album scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. "Ringo Rama" klingt so, als hätten sich die Beatles nie getrennt und als hätte Schlagzeuger Ringo alle Songs gesungen.
Der 62-Jährige spielt auch im 21. Jahrhundert ehrlichen Rock'n'Roll mit Ohrwurm-Melodien und schnörkellosen Texten. Und er singt immer noch in dieser naiven, etwas unbeholfenen Art, die schon "Yellow Submarine" und "With A Little Help From My Friends" irgendwie unwiderstehlich machte.
"Mit der Zeit, macht sich meine Persönlichkeit immer stärker in der Musik bemerkbar", sagt Starr. "Mein Schlagzeug-Spiel ist dynamischer, ich denke, dass ich besser singe und ich glaube, wir schreiben bessere Songs."
Bei allen 13 Titeln trat Ringo als Ko-Autor auf und als Gast- Musiker liehen auch Stars wie Eric Clapton und David Gilmour ihre Künste. Und einen alten Traum erfüllte sich Starr auch: Die als Bonus-Track versteckte kurze Country-Ballade "I Really Love Her" ist der erste Song, bei dem er alles selbst machte - vom Schreiben bis zur Gitarre.
"Einmal in meiner Karriere wollte ich alles selber machen. Ich hatte einfach genug davon, dass meine Kumpel die ganze Arbeit leisten. Und es hat mir eine Menge Spaß gemacht", sagt Starr dazu. Der rührendste Titel des Albums ist aber "Never Without You", ein Abschieds-Song für den verstorbenen Beatle George Harrison mit simpler und doch ergreifender Lyrik und einem eindringlichen Gitarrensolo. "Ich wollte unbedingt, das Eric Clapton es spielt, denn George liebe Eric und Eric liebte George. Und ich wollte, das bei diesem Lied nur Leute mitspielen, die George kannte und liebte."
Ringo Starr war nie ein Superstar. In Beatles-Zeiten war er wohl das am wenigsten prominente Mitglied der Fab Four. Irgendwie haftete dem Drummer das Image des gutmütigen netten Kerls an. Nach der Trennung der Beatles spielte er gelegentlich in Kinofilmen und landete Anfang der 70er mehrere Hits. Danach verkauften die Platten sich immer schlechter, Starr verfiel einem exzessiven Lebensstil, fand jedoch gegen Ende der 80er einen Weg aus der Krise und fing an, wieder Musik aufzunehmen und auf Tour zu gehen. "Ich liebe es, in einer Band zu sein", sagt Starr heute. "Ich glaube, ich hatte eine lange Aus-Zeit und jetzt habe ich eine lange Ein-Zeit." Demnächst will wer mit seiner All-Star-Band auf Tournee gehen und dabei auch drei noch unveröffentlichte Songs spielen.
Die besondere, innige Atmosphäre dürfte auch darauf zurückgehen, dass das Album hauptsächlich in Starrs Haus-Studio in England entstand. "Ich lehne es inzwischen ab, in diese "echten", mit Technik vollgepackten Studios zu gehen", erklärt er. Ich will, dass wir alle in einem kleinen Raum schwitzen und die Musik zusammen fühlen. Für mich ist die Mission immer dieselbe geblieben - Frieden und Liebe und vier Jungs, die in einem Zimmer sitzen und Songs über Liebe schreiben."
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