Festival-Gesellschafterin setzt auf ein Schlichtungsverfahren: Ruhfestspiele: Castorf als Regisseur 'willkommen'
zuletzt aktualisiert: 15.07.2004 - 12:51Berlin/Recklinghausen (rpo). Das Hin und Her geht weiter: Erst wurde Fran Castorf, dem künstlerischen Leiter der Ruhrfestspiele in Recklinghausen, gekündigt, dieser wollte sie nicht akzeptieren und jetzt sind seine Inszenierungen wieterhin "willkommen".
Bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen stehen Frank Castorf als Regisseur auch künftig die Türen offen. Ingrid Sehrbrock, Gesellschafterin der Festspiele und Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), sagte der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe), Castorf sei "mit seinen Inszenierungen weiterhin willkommen". Der Aufsichtsrat des Festivals, zu dem der DGB gehört, hatte Castorf als künstlerischem Leiter der Festspiele Ende Juni unter anderem wegen gesunkener Besucherzahlen gekündigt.
Sehrbrock sagte, man könne sich jetzt in einem Schlichtungsverfahren einigen. Castorf müsse dieses Gremium allerdings anrufen. Das habe er noch nicht getan. Nordrhein-Westfalens Kulturminister Michael Vesper (Grüne) hatte sich zuvor für eine wenigstens befristete weitere Zusammenarbeit mit Castorf eingesetzt. DGB und die Stadt Recklinghausen sehen jedoch keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit.
Castorfs Festspielkonzeption habe nicht gestimmt, betonte Sehrbrock. Außerdem seien er und sein Team den Gesellschaftern "beratungsresistent" vorgekommen.
Über die Zukunft der künstlerischen Leitung der Festspiele sagte die Gesellschafterin, "es gibt Gespräche, mehr kann ich nicht sagen". 2005 werde ein Übergangsjahr sein. 2006 solle dann ein neues Profil entwickelt werden, dass die Menschen in der Region mitnehme. Dabei gehe es um eine Mischung aus Theater, Musik und Tanztheater. Die Festspiele sollten in der Region "wieder eine eigene Marke sein".
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