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Bochum
Schauspielhaus Bochum wird ein "Haus der Kulturen"

Bochum. Für den jungen Johan Simon war das Schauspielhaus Bochum ein Sehnsuchtsort. Das bekannte der 69-jährige Chef der Ruhrtriennale, als er nun als neuer Intendant des Traditionshauses vorgestellt wurde. Als Jugendlicher sei er von Holland nach Bochum gereist, wenn er spannendes Theater sehen wollte. Der damalige Intendant Peter Zadek war dem Bühnenbegeisterten ein Fixstern, dem er auch heute noch folgt. Obwohl er erst 2018 antritt, hat er schon eine Vision für seine neue Arbeitsstätte. Von Max Florian Kühlem

In einer leidenschaftlichen Antrittsrede skizzierte er die Idee von einem "Haus der Kulturen", zu dem er das Schauspielhaus Bochum entwickeln will. Er will es zum Teil eines Theater-Netzwerkes mit den Häusern im belgischen Gent und im niederländischen Rotterdam machen. Am neuen Theater Rotterdam sollte er 2017 als künstlerischer Direktor anfangen. Dieses Engagement wird er nun in abgespeckter Form wahrnehmen.

"Ich will jedes Jahr eine große, internationale Koproduktion realisieren, die dann an allen drei Häusern gezeigt wird", sagt Simons.

Es sieht so aus, als wolle er das Konzept der Kulturfestivals Ruhrtriennale auf ein Stadttheater übersetzen - aber auch die Linie seines Vorgängers Anselm Weber weiter entwickeln. "Ich habe verstanden, dass die Jahrhunderthalle der Stadt Bochum gehört", sagte Simons. Deshalb sei denkbar, dort größere Musiktheater-Produktionen zu zeigen. Das Ruhrtriennale-Konzept der grenzenlosen künstlerischen Formen, die klassisches Schauspiels, genau wie Tanz, Musik, Literatur und/oder Bildende Kunst integrieren, will er auch als Bochumer Intendant weiter verfolgen. Das des europäischen Blicks sowieso. Auch Anselm Weber war 2010 mit dem Konzept "Boropa" in der Ruhrgebietsstadt angetreten, sucht Kooperationen zum Beispiel mit osteuropäischen, niederländischen oder türkischen Theatermachern.

Johan Simons will ein starkes Ensemble vor Ort als Kern und unbedingt auch mit Künstlern aus der Region zusammenarbeiten - zum Beispiel den Bochumer Symphonikern.

Quelle: RP
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