52 Kandidaten für Medienverleihung stehen fest: Sido für Grimme-Preis nominiert
zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 18:48Marl (RPO). Die Nominierungen für den Grimme-Preis stehen fest. Einer der Glücklichen ist der Rapper Sido. Insgesamt stehen in diesem Jahr 52 Fernsehproduktionen im Mittelpunkt, teilte der Direktor des Adolf-Grimme-Instituts, Uwe Kammann am Mittwoch mit.
Rapper Sido überzeugte die Kommission mit der ProSieben-Produktion "Sido geht wählen", die jüngere Zuschauer ans Thema Politik herangeführt habe.
Stark vertreten sind auch in diesem Jahr die Krimis. Gut ein Drittel der nominierten Einzelfilme stellen sie. Dies bestätige, dass "Krimis im deutschen Fernsehen nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ eine herausragende Stellung" einnehmen, so Kammann. Bei den Unterhaltungssendungen dagegen schöpfte die Auswahlkommission ihr Kontingent an Nominierungen nicht aus.
Bei den Krimis gehe es um weit mehr als um die Tätersuche oder die plakative Inszenierung beliebiger Spannung, sagte der Medienwissenschaftler. Das Spektrum reiche vom sozialpsychologischen Kammerspiel über das Sozialdrama bis zur Milieustudie.
Bei den Fernsehfilmen bescheinigte die Kommission imponierende Schauspielerleistungen und klug inszenierte, konzentriert erzählte Geschichten. Gelobt wird etwa, dass ein brisantes Thema wie der Afghanistan-Krieg intensiv behandelt werden kann, wie in "Nacht vor Augen" (SWR), der Geschichte eines traumatisierten Bundeswehrsoldaten, oder dem BR-"Polizeiruf" mit dem Titel "Klick gemacht".
Bei den Mehrteilern und Serien hob die Auswahlkommission mit der Romanverfilmung "Der Seewolf", der Krimiserie "Flemming" und "Die Wölfe" drei ZDF-Produktionen heraus. Nominiert ist hier auch die BR-Regionalserie "Franzi".
Ein großes Spektrum der Themenbereiche, Gattungen und Formate bemerkte die Vorauswahlkommission in der Kategorie Information & Kultur. Allerdings vermisste sie neue Ideen und neue Programmansätze. Vieles wirke vorgestanzt, der Rückgriff auf bloße Prominenz in Gesprächsrunden verhindere oft ein Durchdringen des Themas, hieß es.
Kritik gab es auch an der Aufarbeitung der beiden Schwerpunktthemen des vergangenen Jahres, 20 Jahre Mauerfall und Bundestagswahl. Hier wurden ebenfalls ungewöhnliche Ansätze vermisst.
Bei den Serien und Mehrteilern wurden "Weltbilder spezial - Mit 80 000 Fragen um die Welt" (NDR) und das Großwerk "24h Berlin - Ein Tag im Leben" (RBB/Arte) nominiert.
Mit "Harald Schmidt" (WDR) und "Krömer - Die internationale Show" (RBB) tauchen im Bereich Unterhaltung bekannte Namen und Personen unter den Nominierten auf. Unter anderen werden Bastian Pastewka und Anke Engelke für ihre Parodie-Moderation des Deutschen Fernsehpreises als Preisträger vorgeschlagen.
Die "Besondere Ehrung" des Deutschen Volkshochschul-Verbandes geht in diesem Jahr an den Film- und Fernsehmacher Alexander Kluge. Mit seinem tiefgehenden und facettenreichen Verständnis eines lebenslangen Lernens werte Kluge das Alltagsmedium Fernsehen in überraschender und beglückender Weise auf, hieß es zur Begründung. Kluge verbreitet seine Sendungen über die Programmfenster der Privatsender.
In der Endrunde werden drei Jurys in den Wettbewerbskategorien Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung über die zwölf Grimme-Preise entscheiden. Die Preisverleihung findet am 26. März im Theater der Stadt Marl statt.
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