Etataufbesserung für Berliner Oper gefordert: Thielemann bekräftigt Rücktrittsdrohung
zuletzt aktualisiert: 15.05.2004 - 13:19Berlin (rpo). Der Chefdirigent der Deutschen Oper Berlin erneut bestätigt, dass er zurücktreten wolle, wenn die finanzielle Lage der Oper sich nicht bessere. Die Frage sei, "in welchem Maße Berlin vernünftige Arbeitsbedingungen bieten will."
Im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" sagte der Musiker: "Zwar binden mich mein Heimatgefühl und meine Verantwortung an Berlin", aber er werde die Hauptstadt verlassen, wenn ihm Kultursenator Thomas Flierl (PDS) nicht bis Montag eine Etataufbesserung für das Musiktheater anbiete. Thielemann hatte dem Senator Mitte der Woche ein Ultimatum gestellt. Damit fordert der 45-jährige Musiker die finanzielle Gleichstellung seines Orchesters mit der Staatskapelle von Daniel Barenboim. Thielemann sagte der Zeitung: "Ich spreche dabei nicht von goldenen Wasserhähnen, sondern von künstlerisch existenziellen Voraussetzungen."
Nach Darstellung von Thielemann erhalten die Musiker der Staatsoper Unter den Linden durch das "Kanzlergeschenk" in Höhe von 1,8 Millionen Euro jährlich deutlich mehr Gehalt als jene, die in seinem Haus musizieren. Dies würde zur massiven Abwanderung von Musikern und damit zu einem Qualitätsverlust führen.
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