Ein Star in Operetten- und Musikfilmen: Trauer um Marika Rökk
zuletzt aktualisiert: 16.05.2004 - 18:27Wien (rpo). Im Alter von 91 Jahren ist die Schauspielerin und Operettensängerin Marika Rökk gestorben. In Baden bei Wien erlag sie am Sonntagmorgen einem Herzversagen
Dies teilte ihre Tochter Gabriele Jacoby der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Rökk wurde mit ihrem überschäumenden Temperament und unverkennbaren ungarischen Akzent in den 40er und 50er Jahren zum Star unzähliger Operetten- und Musikfilme und trat auch im hohen Alter noch im Fernsehen auf.
Geboren wurde Marie Karoline Rökk am 3. November 1913 als Tochter ungarischer Eltern in Kairo. Ihre frühe Kindheit verbrachte sie in Budapest. Nach der Übersiedlung der Familie nach Paris erhielt sie eine solide Tanzausbildung und reiste schon im Alter von 13 Jahren als Revuestar durch Europa und Amerika.
Erfolgreiche Filmkarriere
Ihre Filmkarriere begann 1930 in England mit "Kiss Me, Sergeant" und "Why Sailors Leave Home". 1933 folgten zwei Filme in Ungarn. Ernst Marischka holte die junge Künstlerin schließlich für die Zirkusrevue "Stern der Manege" nach Wien, wo sie 1934 von einem Talentesucher der Ufa entdeckt wurde. Daraufhin wurde sie neben Johannes Heesters und Zahra Leander zum neuen Star des deutschen Films im nationalsozialistischen Deutschland. Dabei arbeitete sie eng mit dem Regisseur Georg Jacoby zusammen, den sie 1940 heiratete. Aus dieser Ehe stammt die Tochter Gabriele.
Mit ihrem ersten deutschen Film, "Leichte Kavallerie" aus dem Jahre 1935, begann eine lange Karriere, in denen Rökk ihre musikalischen und komödiantischen Talente ausspielen konnte. Weitere Erfolge hatte sie bis Kriegsende mit "Der Bettelstudent", "Gasparone", "Es war eine rauschende Ballnacht", "Frauen sind doch bessere Diplomaten" und "Die Frau meiner Träume" aus dem Jahre 1944. Dabei bildete sie mit Johannes Heesters mehrfach das Traumpaar des deutschen Revuefilms.
Die meist nach dem gleichen Muster gestrickten Filme fanden in den 50er Jahren ihre Fortsetzung, etwa in "Die Csárdásfürstin" (1950) oder "Maske in Blau" (1953). Daneben spielte Rökk auch in zahlreichen, amerikanisch beeinflussten Musikfilmen. 1962 zog sie sich vom Film zurück und wechselte zum Theater, womit sie in Hamburg, Berlin und München sowie in den Niederlanden und Belgien in diversen Operetten und Musicals lange Aufführungsserien hatte.
Zurückgezogenes Leben in Baden bei Wien
Im Jahr 1974 veröffentlichte Marika Rökk unter dem Titel "Herz mit Paprika" ihre Memoiren. Ein schwerer Schlag für die Künstlerin war 1985 der Tod ihres zweiten Mannes Fred Raul. Seitdem lebte sie zurückgezogen in Baden bei Wien.
1992 kehrte die Schauspielerin im Alter von 79 Jahren anlässlich des 110. Geburtstages von Emmerich Kalman auf die Bühne zurück und feierte in ihrer Heimatstadt Budapest als "Gräfin Mariza" - eine Rolle, die sie im Laufe ihrer Karriere über 700 Mal verkörpert hatte - noch einmal einen großen Triumph. Vor fünf Jahren hatte sie ihren letzten Auftritt im Fernsehen - wie immer singend und tanzend.
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