Grünen-Politiker kritisiert Gewerkschaftsbund: Vesper stützt Mortier - gegen den DGB
zuletzt aktualisiert: 25.06.2004 - 13:52Düsseldorf (rpo). Der Intendant der RuhrTriennale, Gérard Mortier, der am Donnerstag seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, erhält nun Unterstützung aus der Landespolitik: NRW-Kulturminister Michael Vesper kritisierte den DGB.
Mit seiner Vorgehensweise gefährde der DGB nicht nur die Ruhrfestspiele, sondern auch das positive kulturpolitische Bild, das sich das Ruhrgebiet als Kulturgebiet in den vergangenen Jahren erarbeitet hat.
Die Ankündigung von Mortier, von seiner gleichzeitigen Intendanz der Ruhrfestspiele zurückzutreten, bedauerte Vesper, zeigte aber zugleich Verständnis dafür "angesichts der Vorgänge der letzten Tage". Der Publikumseinbruch in der diesjährigen Spielzeit der Ruhrfestspiele müsse zwar eine "kritische und schonungslose Debatte über Ursachen, mögliche Fehler und denkbare Veränderungen auslösen, und zwar unverzüglich". Dies könne und dürfe aber nicht "handstreichartig" passieren.
Der Minister kritisierte, dass der DGB zu einer Sondersitzung des Aufsichtsrates am kommenden Montag eingeladen habe, ohne Mortier und den künstlerischen Leiter Frank Castorf darüber zu informieren. Auch er selbst als Vertreter des Landes im Aufsichtsrat sei weder über den Termin noch über "Vorgespräche im kleinen Kreis" vorab informiert worden. Bitten, den Termin um kurze Zeit zu verschieben, seien vom DGB "brüsk" zurückgewiesen worden.
Mortier hatte mit seiner Rücktrittsankündigung offenbar auf Bestrebungen des DGB und der Stadt Recklinghausen reagiert, den Vertrag mit dem künstlerischen Leiter der Ruhrfestspiele, Frank Castorf, aufzulösen. Castorf war in seiner ersten Saison wegen eines dramatischen Zuschauereinbruchs in die Kritik geraten.
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