Ausstellungshighlights 2005 in NRW: Von Dschingis Khan bis zum Daumenkino
zuletzt aktualisiert: 10.01.2005 - 09:45Düsseldorf (rpo). Noch bis kurz vor Toreschluß stehen die Massen Schlange. Am Wochenende gab es im Kölner Ludwig-Museum die allerletzte Gelegenheit, in die Welt des US-Kultmalers Edward Hopper einzutauchen. Und im Essener Folkwang-Museum bleibt nur noch bis zum 16. Januar Zeit, um die Werke von Picasso, Braque, Matisse und Derain in der Schau "Cézanne - Aufbruch in die Moderne" nicht zu verpassen. Aber keine Sorge: Das Jahr 2005 bringt neue kulturelle Highlights für NRW.
Allein mit den beiden genannten Ausstellungen haben zwei der bedeutendsten Museen Deutschlands dokumentiert, dass die Lust an der Kunst in Nordrhein-Westfalen keine Grenzen kennt. Und kaum ist das Ausstellungsjahr 2004 erfolgreich zu Ende gegangen, bereiten sich Ausstellungsmacher sowie Kunsttouristen aus Nah und Fern längst auf die potentiellen Kassenmagneten 2005 vor. Und da weiterhin die Klassische Moderne boomt, warten gleich drei Mussen mit spektakulären Werkschauen auf.
Den Startschuß macht das Kölner Ludwig-Museum mit der Doppelausstellung "Max Beckmann - Fernand Léger. Unerwartete Begegnungen" (21. Mai bis 28. August 2005). Zum ersten Mal wagt das Museum Ludwig eine groß angelegte Parallelpräsentation von jeweils fünfzig Werken beider Künstler.
Vom 29. Oktober bis 19. Februar 2006 widmet sich dann die Düsseldorfer Kunstsammlung NRW ganz Henri Matisse (1869 - 1954). Bei der Schau "Figur Farbe Raum" handelt es sich jedoch nicht um eine Retrospektive. Vielmehr beleuchtet die Ausstellung ein bestimmtes Sujet in Matisse' Werk: das Interieur mit weiblicher Figur. Mit rund 80 Gemälden und fast 100 Zeichnungen, Skulpturen und Graphiken wird Matisse somit zum ersten Mal seit über einem Vierteljahrhundert in Deutschland wieder umfassend präsentiert.
Fast zeitgleich zeigt die Bielefelder Kunsthalle "Ernst Ludwig Kirchner und die 'Brücke'. Selbstbildnisse - Künstlerbildnisse" (20. November 2005 - 26. Februar 2006). Damit nimmt die Kunsthalle den 100. Jahrestag der Gründung der berühmten Künstlergruppe "Die Brücke" zum Anlass, ihre Akteure selbst "ins Bild" zu setzen.
Die Superstars des 20. Jahrhunderts
Doch nicht nur diese Superstars des 20. Jahrhunderts spielen 2005 eine gewichtige Rolle in den Museen (Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum zeigt zudem "Die Berliner Jahre" des deutschen Impressionisten Max Slevogt, 6. März bis 22. Mai 2005). Auch entfernte Epochen und Zeiten kommen zu ihrem Recht. Wie in der Bonner Bundeskunsthalle, wo "Dschingis Khan und seine Erben" gewürdigt werden (16. Juni bis 25. September 2005).
Die Ausstellung stellt das Mongolenreich auf dem Höhepunkt seiner Macht vor. Gleichzeitig berücksichtigt sie seine Vorläufer und Nachfolgestaaten. Neueste archäologische Funde, darunter eindrucksvolle Rüstungen und Waffen, illustrieren das Staats- und Militärwesen unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern.
Von den Mongolen zu zwei der wichtigsten, zeitgenössischen Künstler Deutschlands. Das Ludwig-Museum widmet Rosemarie Trockel vom 29. Oktober 2005 bis 22. Februar 2006 eine Überblickschau. In Düsseldorf ehrt die Kunstsammlung vom 12. Februar bis 16. Mai 2005 keinen Geringenen als Altmeister Gerhard Richter mit einer Retrospektive. Mit 100 Gemälden und Skulpturen, von denen zahlreiche noch nicht in der Öffentlichkeit zu sehen waren.
Eine der außergewöhnlichsten Ausstellungen 2005 bietet jedoch die Düsseldorf Kunsthalle. Mit "Daumenkino - Folioscope - Flipbook" (7. Mai bis 17. Juli 2005), in der das alte, klassische Daumenkino zu neuen, prominenten Ehren kommt - dank der Daumenkinos von zeitgenössischen Künstlern und Filmemachern wie Pedro Almodovar, Jean Luc Godard, Keith Haring und Andy Warhol. Wenn das allein nicht Grund genug ist, ins Museum zu gehen.
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