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Kevelaer
Wallfahrt Kevelaer soll Weltkulturerbe werden

Kevelaer. Die Stadt hofft, dass sie im nächsten Jahr positive Rückmeldung von der Unesco bekommt.

Die Stadt Kevelaer und die Kirchengemeinde St. Marien wollen einen Antrag auf Aufnahme der Marienwallfahrt in die nationale Liste der immateriellen Unesco-Weltkulturerbe stellen. Wenn es gelingt und der Antrag positiv beschieden wird, stellt die Stadt Kevelaer sich mit ihrer Wallfahrt in eine Reihe mit den Sternsingern, dem Rheinischen Karneval und der deutschen Brotkultur.

Das Verzeichnis soll "langfristig die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen", lautet die Idee der deutschen Unesco-Kommission. Vor allem geht es auch um den Erhalt von Kulturgut. Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler spricht davon, "das Alleinstellungsmerkmal zu stützen, wofür Kevelaer so lange gestanden hat".

Im nächsten Jahr werden 375 Jahre Wallfahrt Kevelaer gefeiert. Die Eröffnung im Mai und das Schließen der Pilgerpforte am 1. November ist immer eine große Sache. Alles begann ganz klein, mit einem Heiligenbildchen und einem Auftrag. Der Händler Hendrick Busman vernahm 1641 eine Stimme, die ihm gebot: "An dieser Stelle sollst du mir ein Kapellchen bauen." Das setzte er ein Jahr später um. Seine Frau träumte davon, wie der Bildstock aussehen soll und erwarb ein Marienbild aus Papier von einem Soldaten. Das ist noch heute Bestandteil der Gnadenkapelle, zu der jedes Jahr etwa 800.000 Menschen pilgern. "Noch heute ist Kevelaer, wie zur Zeit der Wallfahrtsbegründung, der bedeutendste Wallfahrtsort der niederländischen Katholiken" heißt es im Antrag der Stadt Kevelaer.

Die über den Niederrhein hinausstrahlende Bedeutung stellt auch Bundesministerin Barbara Hendricks in ihrem Empfehlungsschreiben heraus. Sie betont die integrative und internationale Funktion und nennt dafür einerseits die Wallfahrt der Tamilen, aber auch die interreligiöse Wallfahrt, die von Juden, Muslimen und Christen gemeinsam in Kevelaer begangen wird. "Papst Johannes-Paul II. nannte Kevelaer bei seinem Besuch am 2. Mai 1987 das ,Europa des Glaubens'", heißt es in der Antragsbegründung der Stadt Kevelaer.

Ein zweites Empfehlungsschreiben soll es von Reinhard Kardinal Marx geben, Erzbischof von München-Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Sobald das Schreiben vorliegt, soll der Antrag eingereicht werden.

Nicht nur Kevelaers Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann hofft, dass es zum Wallfahrtsjubiläum 2017 eine positive Rückmeldung gibt und Kevelaers Wallfahrt auf die nationale Liste der immateriellen Unesco-Weltkulturerbe gesetzt wird.

(bimo)
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