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Bochum
Schriftsteller Wolfgang Welt ist tot

Bochum. Die Bezeichnung Ruhrgebiets-Schriftsteller wollte nie recht passen: Wolfgang Welt, der sein ganzes Leben in Bochum verbrachte, war keiner, der seine Heimat glorifizierte oder verklärte. Er hat ein Werk ganz eigener Kategorie geschaffen. "Ich lese, habe gelesen und werde lesen die Bücher von Wolfgang Welt als eine grundandere Art von Geschichtsschreibung", schrieb Peter Handke über Welt. Handkes Engagement ist es zu verdanken, dass vier Romane und Erzählungen des Autors im Suhrkamp-Verlag erschienen sind.

Allen gemein ist ein schnell geschnittener, manchmal harter, ungefilterter Sound, mit dem der Autor sein Leben erzählt; ein Leben zwischen grauem Pott-Alltag, Musik, Literatur und Journalismus. Welt schrieb grandiose Verrisse über Grönemeyer, Westernhagen und Heinz Rudolf Kunze. Er schrieb aber auch schonungslos ehrlich über Psychiatrie-Aufenthalte, bei denen er seine Rettung fand: eine Schreibmaschine.

Vor zwei Jahren forderten 30 namhafte Autoren und Journalisten, darunter Friedrich Küppersbusch und Dietmar Dath, Wolfgang Welt endlich mit dem Literaturpreis Ruhr auszuzeichnen. Jetzt kann das nur noch postum geschehen: Am Sonntag starb er mit 63 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in Bochum.

(mfk)
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