Alle Mehr...-Artikel vom 1. Januar 2004
Zwei Besatzungsmitglieder vermisst

Brennender Chemiefrachter vor Sardinien

Rom (rpo). Beim Abpumpen von 8400 Tonnen Benzol kam es auf einem Chemiefrachter vor der sardinischen Küste aus bisher ungeklärten Gründen zu einer Explosion. Die italienische Feuerwehr bemüht sich zur Stunde, den Brand zum Erliegen zu bringen. Wie die Küstenwache von Porto Torres im Norden der italienischen Mittelmeerinsel am Donnerstag mitteilte, konnten sich der Kapitän und zwölf Seeleute der «Panama Serena» in Sicherheit bringen; zwei Besatzungsmitglieder wurden jedoch vermisst. Die Explosion ereignete sich im Hafen von Porto Torres aus zunächst ungeklärter Ursache gegen Mittag beim Abpumpen von 8400 Tonnen Benzol, die der Frachter geladen hatte. Der Brand erzeugte einen Riss im Schiffsrumpf, woraufhin sich der Frachter zur Seite neigte. Am Abend kämpften Feuerwehrleute noch immer gegen die Flammen. Die beiden vermissten Seeleute kamen aus der Ukraine und aus Lettland. Die «Panama Serena» fuhr unter der Flagge der Bahamas. mehr

Ratspräsidentschaft im Zeichen der Verfassungsdebatte

Irland übernimmt EU-Vorsitz

Brüssel (rpo). Nach Italien übernimmt Irland hat zum neuen Jahr für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft. Nach dem jüngsten Scheitern des EU-Verfassungsgipfels dürfte die Verfassungsdebatte ganz oben auf der Agenda der Iren stehen. Auch die Wahl zum nächsten Europäischen Parlament im Juni wird in die irische Präsidentschaft fallen. Thema des Wahlkampfs soll eigentlich die dann erste Verfassung in der Geschichte der Europäischen Union werden. Außenminister Brian Cowen hatte vor Weihnachten in Brüssel darauf hingewiesen, dass alle Staats- und Regierungschefs auf dem erfolglosen Brüsseler Gipfel ihren Willen zur Einigung bekundet hätten. Insofern sei ein "schneller Fortschritt" möglich. Konkret wollte sich Cowen aber noch nicht dazu äußern, wie die irische Regierung die Verhandlungen fortsetzen will. Cowen kündigte lediglich Konsultationen an, die zu einer Bewertung führen werde, die wiederum den Staats- und Regierungschefs auf dem Frühjahrsgipfel im März berichtet werde. Neutralität in zentralen Fragen Ob die Verhandlungen dann schon fortgesetzt werden, ließ Cowen offen. Er wies allerdings darauf hin, dass seine Regierung in den zentralen Fragen der Verfassung wie etwa der vom Konvent geforderten doppelten Mehrheit bei der Stimmengewichtung der Mitgliedstaaten neutral sei. Polen und Spanien hatten sich auf dem Brüsseler Gipfel in diesem Punkt hart gezeigt. Sie wollen bei der Stimmengewichtung der Mitgliedstaaten am Vertrag von Nizza festhalten, der sie gemessen an ihrer Bevölkerungsstärke bevorteilt. Ziel der Verfassung, die frühestens 2006 in Kraft treten kann, ist es, die EU fit für die Aufnahme der zehn neuen Länder zu machen. Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta und Zypern werden der EU am 1. Mai 2004 beitreten. Damit wird die Teilung Europas in Folge des Zweiten Weltkriegs endgültig überwunden sein. Die irische Präsidentschaft will dieses Ereignis angemessen mit einem "Tag des Willkommens" feiern. Dazu sollen sich die Staats- und Regierungschefs der dann 25 Mitgliedstaaten in Dublin einfinden. mehr

Umfrage

Asiatischer Automarkt gewinnt an Bedeutung

Frankfurt/Main (rpo). Der asiatische Automarkt gerät immer mehr ins Zentrum internationaler Automobilhersteller. Überdies setzen die Autobauer nach krisenreichen Jahren auf eine Phase der Erholung. Immer mehr internationale Automobilhersteller und -zulieferer setzen ihre Hoffnungen auf den asiatischen Markt. Laut der Umfrage sind inzwischen 90 Prozent der Top-Manager (Vorjahr: 66 Prozent) davon überzeugt, dass in den kommenden fünf Jahren vor allem in Asien die Nachfrage nach Autos steigt. Über die Hälfte der Befragten meint, mit 2003 das schlimmste Geschäftsjahr im Zeitraum 2000 bis 2005 hinter sich zu haben. Alles deute auf eine jetzt einsetzende Phase der Erholung hin, erklärte KPMG. Allerdings gehe die Mehrheit der Automanager (57 Prozent) davon aus, frühestens ab 2006 wieder Rekordwerte erwirtschaften und damit zur vollen Profitabilität zurückkehren zu können. Deutsche Autobauer blicken zuversichtlich auf US-Markt Die deutschen Autobauer blicken zuversichtlich auf den amerikanischen Markt im gerade begonnenen Jahr 2004. Kurz vor Beginn der Internationalen Automobilausstellung von Nordamerika (NAIAS) in Detroit erklärte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Neujahrstag in Frankfurt am Main, die deutschen Hersteller wollten 2004 auf ihrem im Vorjahr gewonnenen Marktanteil aufbauen. Die Zahl der Neuzulassungen auf dem US-Markt wird im neuen Jahr nach Einschätzung von VDA-Präsident Bernd Gottschalk auf rund 17 Millionen (nach 16,6 Millionen im Vorjahr) anwachsen. "Wir hoffen, dass dieses Wachstum, das auch durch den Aufschwung der US-Wirtschaft getragen wird, mit einer Beruhigung an der 'Rabattfront' einhergeht", sagte er. Die deutschen Premium-Hersteller präsentierten in Detroit eine Vielzahl neuer Modelle. Mit einem Marktanteil von 13 Prozent erreichten die deutschen Autobauer im November 2003 den Angaben zufolge einen neuen Höchststand. In der Pkw-Oberklasse bauten sie ihren Marktanteil auf inzwischen mehr als 36 Prozent aus. Gut ein Drittel erwartet Zulegen der europäischen Automarken Auf dem hart umkämpften internationalen Automarkt werden nach Einschätzung von Managern der Branche gleichwohl die Asiaten ihren weltweiten Marktanteil in den kommenden fünf Jahren ausbauen. Laut einer am Donnerstag veröffentlichen Umfrage der Unternehmensberatung KPMG gehen 80 Prozent von mehr als 100 Managern der Automobilhersteller und -zulieferer davon aus. Über die Hälfte der Branchenentscheider in aller Welt meint, dass der Marktanteil der US-Hersteller bis 2008 abnehmen wird. Für die europäischen Automarken erwarten 38 Prozent der befragten Top-Manager einen wachsenden Marktanteil, rund die Hälfte (49 Prozent) geht davon aus, dass dieser sich nicht verändert. Offenbar seien die Zeiten vorbei, in denen die europäischen Hersteller von der Marktschwäche der Amerikaner profitieren konnten. Jetzt seien die asiatischen Marken eindeutig auf der Überholspur, erklärte KPMG. Sie seien in der Lage, schnell das richtige Produkt auf den Markt zu bringen und hätten frühzeitig Produktionsmethoden entwickelt, die es ihnen ermöglichten, sich rechtzeitig auf veränderte Kundenwünsche einzustellen. mehr

Mindestens acht Tote

Irak: Heftiger Bombenanschlag vor Restaurant

Bagdad (rpo). Mindestens acht Personen sind bei einem Autobombenanschlag auf ein Restaurant im Zentrum Bagdads getötet worden. Zuvor war bei einem Sprengstoffanschlag gegen einen US-Konvoi ein irakischer Junge ums Leben gekommen. Ein blutiger Autobombenanschlag hat in der Neujahrsnacht das Bagdader Stadtviertel Karrada erschüttert. Mindestens acht Menschen kamen nach offiziellen Angaben bei dem Anschlag auf ein gut besuchtes Restaurant ums Leben, das am Mittwochabend zur Silvesterparty mit Live-Musik und Bauchtanz eingeladen hatte. Etwa 35 Personen wurden verletzt. Neben dem Restaurant "Nabil" riss die Wucht der Explosion einen Krater in die Straße. Autos gingen in Flammen auf. Retter zogen Überlebende aus dem Eckhaus. Ein Sprecher der US-Streitkräfte sprach von einem 225-Kilogramm-Sprengsatz. Nach der Explosion waren Schüsse zu hören; über dem Gelände flogen US-Militärhubschrauber. Unter den Verletzten waren Krankenhausangaben zufolge auch mehrere Ausländer. Die "Los Angeles Times" teilte mit, drei ihrer Reporter und fünf irakische Mitarbeiter seien vor dem Restaurant verletzt worden. Ebenfalls bei der Explosion einer Autobombe wurde am Mittwoch ein achtjähriger Junge getötet. Der Sprengsatz wurde gezündet, als ein US-Militärkonvoi eine belebte Geschäftsstraße passierte. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt.   Blut überströmte Menschen irrten umher Blut überströmte Menschen irrten unter Schock auf der Straße umher, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Andere weinten. Autos brannten. Sirenen heulten, Polizeifahrzeuge und Ambulanzen rasten zum Explosionsort. Die US-Armee riegelte die Gegend ab. Am Himmel kreisten US-Hubschrauber. In Karrada waren in den vergangenen vier Tagen zwei Autobomben hochgegangen. Dabei wurden drei Iraker getötet, davon zwei Kinder. Aus Angst vor neuen Attentaten um die Jahreswende hatten die irakische Polizei und die US-Armee die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Noch am Mittwoch war jedoch ein US-Konvoi angegriffen worden. Ein kleiner irakischer Junge wurde dabei getötet, fünf US-Soldaten wurden verletzt, wie ein Armeesprecher sagte. Auch ein Dutzend einheimische Passanten hätten leichte Verwundungen davongetragen, teilten irakische Sicherheitskräfte mit. Die Soldaten nahmen nach der Explosion mindestens zehn Menschen fest, wie ein AFP-Reporter berichtete. Zusammenstöße in Kirkuk Bei den Zusammenstößen in Kirkuk seien 31 Menschen verletzt worden, teilte ein Krankenhausarzt mit. Fünf von ihnen hätten schwere Verletzungen an Kopf, Herz oder Unterleib erlitten. Die Demonstraneten hatten gegen eine Autonomie für die Kurden in Nordirak demonstriert. Nach Polizeiangaben nahmen an der Demonstration in Kirkuk etwa 2000 arabische Sunniten sowie Turkmenen teil. Ebenfalls in Kirkuk wurde bei einem Anschlag auf eine irakische Polizeipatrouille ein Polizist getötet. Drei weitere seien verletzt worden, als Unbekannte die Sicherheitskräfte mit Maschinengewehren unter Beschuss genommen hätten, teilte die Polizei mit. mehr