Tuning-Tipps
Tuning-Autos – in fünf Schritten zum Tuner werden

Genfer Salon 2016 - Extrem-Tuning in Richtung Hässlichkeit
Genfer Salon 2016 - Extrem-Tuning in Richtung Hässlichkeit FOTO: SP-X/Matthias Knödler
Tuning ist nur was für Proleten? Mitnichten. Auto-Tuning ist ein Trend, der sich in den letzten Jahren über die Grenzen der Tuningszene hinaus verbreitet hat. Wir verraten Ihnen, wie Sie in fünf Schritten selbst zum Tuner werden.

Welche Modelle sind gute Tuning-Autos für Anfänger? Bevor Sie mit dem Tuning beginnen, benötigen Sie ein Tuning-Auto. In den 80er Jahren waren der BMW 3er, Opel Manta, VW Golf und Mercedes 190 beliebte Tuning-Autos. Heute kann so ziemlich jedes Modell getunt werden. Das Angebot für Bauteile reicht vom Audi A4, über Kleinwagen wie dem Opel Corsa, bis hin zu Luxuskarossen wie einem Porsche oder dem BMW 5er. Für Anfänger eignet sich nach wie vor der VW Golf, ein Kleinwagen wie Opel Corsa oder japanische Gebrauchtwagen wie Honda, Toyota und Nissan.

Schritt Nr. 1: Motortuning, Fahrwerktuning, Karosserietuning, Interieur, Audio oder Beleuchtung?

Möchten Sie ein Tuner werden, müssen Sie sich zunächst überlegen: Wie möchten Sie Ihr Auto tunen? Mit welchen Bauteilen oder Methoden soll das Tuning durchgeführt werden? Beim Motortuning geht es um die Verbesserung der Leistung. Bei Autos mit modernen Motoren wie dem Audi A4 oder dem BMW 3er geht das über Chiptuning. Nur noch selten wird tatsächlich am Motor geschraubt und getüftelt.

Beim Fahrwerktuning wird die Federung und Stoßdämpfung verbessert. Zum Fahrwerktuning zählt unter anderem das Tieferlegen des Fahrwerks. Vor allem BMWs und Audis sind beliebte Autos für die Tieferlegung. Breitere Reifen und individuelle Felgen fallen ebenfalls unter Fahrwerktuning.

Beim Karosserietuning geht es um das Tuning der Karosserie, also die Außenstruktur eines Autos. Front- und Heckspoiler, der Sportauspuff, ein auffallender Lack und Seitenschweller zählen zu dieser Art des Tunings.

Bevor Sie mit dem Tuning beginnen, überlegen Sie sich, welche Veränderungen Sie durchführen möchten. Natürlich ist das auch eine Frage des Budgets: Neue Felgen und Scheinwerfer gibt es zu günstigen Preisen. Bei Bauteilen für das Fahrwerk oder Chiptuning müssen Sie tiefer in die Tasche greifen. Bei allzu günstigen Angeboten sollten Sie skeptisch bleiben.

Schritt Nr 2: Werden die Bauteile für das Tuning genehmigt?

Nicht alles was gefällt, ist beim Tuning auch erlaubt. Die Sicherheit im Straßenverkehr und die Sicherheit des Fahrzeugs darf nicht durch Ihren getunten Audi A4, BMW 3er oder VW Golf beeinträchtigt werden. Deswegen müssen Bauteile verschiedene Genehmigungen mitbringen oder die Änderung vom TÜV geprüft werden. Ohne den korrekten Verbau und die nötige Genehmigung droht neben einem Bußgeld auch der Entzug der Betriebserlaubnis.

Bauteile wie Felgen, Reifen und Spoiler werden bereits mit einer allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) oder einer allgemeinen Bauartgenehmigung (ABG) geliefert. Diese Erlaubnis müssen Sie nach der Montage im Fahrzeug mitführen. Bei der Kombination verschiedener Bauteile sollten Sie prüfen, ob diese auch zueinanderpassen und in dieser Kombination ebenfalls genehmigt sind.

Bei Unsicherheiten sind der TÜV, die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und die Prüforganisation KÜS die geeigneten Ansprechpartner. Das Chiptuning und größere bauliche Veränderungen am Auto müssen von einem staatlich anerkannten Sachverständigen geprüft und genehmigt werden. Bei dieser Prüfung wird die Änderung in den Fahrzeugpapieren vermerkt.

Schritt Nr. 3: Garantie und Versicherung prüfen

Wussten Sie, dass durch das Tuning Ihres Audi, BMW oder VWs die Herstellergarantie erlöschen kann? Prüfen Sie vor dem Verbau der Bauteile, ob diese einen Einfluss auf die Garantie Ihres Autos haben. Ein Blick in die Garantiebedingungen kann sich lohnen.

Bei der Versicherung verhält es sich ähnlich: Prüfen Sie, ob der Versicherungsschutz für ein getuntes Auto bestehen bleibt. Bei einigen Versicherungen werden Bauteile bis zu einem bestimmten Wert mitversichert, vorausgesetzt sie haben die nötigen Genehmigungen und wurden sachgemäß verbaut.

Es ist möglich, dass durch die Wertsteigerung durch das Tuning die Prämie ansteigt. Wird die Leistung des Autos durch das Tuning gesteigert, steigen Sie in eine neue Typklasse mit ebenfalls höheren Prämien auf. Informieren Sie Ihre Versicherung über die Veränderungen Ihres Autos. Ohne Information über das Tuning könnte die Versicherung im Schadensfall die Kostenübernahme verweigern.

Schritt Nr. 4: Selbst montieren oder zum Profi gehen

Besonders als Tuning-Anfänger sollten Sie sich auf die Hilfe eines Profis verlassen. Angehende Tuner landen früher oder später bei Irmscher, mit einem breiten Angebot für das Tuning vieler Automodelle oder bei Steinmetz, der sich auf das Tuning von Opel spezialisiert hat.

Zum legalen Tuning zählt auch der korrekte Verbau der Bauteile. Die Bauteile müssen für Ihr Automodell zugelassen sein und die nötigen Genehmigungen besitzen. Trauen Sie keinen Angeboten, wenn die Genehmigungspapiere nicht vorliegen oder gezeigt werden können.

Chiptuning sollten Sie hingegen immer von professionellen Tunern durchführen lassen. Das Tuning des Chips greift auf die komplizierte Motorelektronik ein und verändert die Einspritzmenge von Kraftstoff und andere Prozesse. Ist die Software nicht 100-prozentig auf Ihren Audi A4, Opel Corsa oder BMW 5er abgestimmt, drohen Ausfälle und ein höherer Verschleiß. Sogar Motorschäden sind durch erhöhte Temperaturen im Motor möglich.

Schritt Nr. 5: Werden Sie zum Tuner

Mit Ihrem ersten, individualisierten Fahrzeug erhalten sie einen Einstieg in die Tuningszene. Informieren Sie sich in einschlägigen Foren und Internetseiten über weitere Möglichkeiten und lernen Sie, wie sie selbst Bauteile montieren und Ihr Fahrzeug verbessern können. Halten Sie jedoch Abstand von illegalem Tuning ohne die nötigen Genehmigungen und von illegalen Autorennen.

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