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Die vielleicht letzte Runde des Golf

Volkswagen frischt sein Erfolgsmodell für das kommende Frühjahr auf. Vor allem im Cockpit ändert sich einiges. Doch der Nachfolger steht schon bereit. Von Thomas Geiger

Er ist der erfolgreichste Volkswagen aller Zeiten, doch seine Tage sind womöglich gezählt. Denn wenn die Niedersachsen es ernst meinen mit der elektrischen Revolution und dem beim Pariser Autosalon gezeigten Stromer I.D., dann spielt der Golf bald allenfalls noch die zweite Geige in Wolfsburg. Damit er bis dahin aber weiter sein Segment dominiert und nach 33 Millionen Exemplaren die deutsche Meisterschaft behält, bringt VW den Bestseller jetzt noch einmal auf den neuesten Stand und schickt Drei- und Fünftürer sowie den Kombi, den GTI und den GTE im Frühjahr kommenden Jahres mit frischer Technik, neu gestaltetetem Gesicht und optimierten Motoren in seine vielleicht letzte Runde.

Bei der Modellpflege ist der Geist einer neuen Zeit schon zu spüren. Statt vom Facelift spricht VW lieber vom Update, und die meiste Arbeit damit hatten nicht die Maschinenbauer oder die Designer, sondern die Programmierer. Deshalb erkennt man den "neuen" Golf auch nicht an den paar zurückhaltenden Retuschen, die ihm Designchef Klaus Bischoff verpasst hat. Wenn von außen überhaupt etwas den Unterschied macht, dann sind es die Leuchtdioden, die in den Rücklichtern jetzt serienmäßig und vorn als Ersatz für die Xenonbrenner - zumindest gegen Aufpreis - strahlen.

Am größten sind die Änderungen im Cockpit, wo die Golf-Fahrer buchstäblich die Zukunft auf dem Schirm haben. Denn nicht nur hinter dem Lenkrad prangt jetzt wie beim großen Bruder Passat auf Wunsch ein riesiges Display, sondern auch der Touchscreen in der Mittelkonsole wächst noch einmal und misst jetzt stolze 9,2 Zoll.

Auf ihm laufen nicht nur neue Apps. Das Infotainment-System bietet nun viel mehr Dienste zur Datenübertragung als bisher, sondern zum ersten Mal in dieser Klasse kann man das System jetzt auch mit Gesten steuern und muss den Touchscreen nicht einmal mehr berühren, wenn man durch die Menüs skippen will. Eine Wischgeste vor dem Bildschirm, schon wechselt man darin von links nach rechts oder wieder zurück.

Neben dem Bedienkonzept haben die Programmierer auch die Assistenzsysteme aktualisiert und dem Golf die Sinne geschärft. Die Notbrems-automatik hat eine verbesserte Fußgängererkennung und der Abstandstempomat fährt im Stau bis Tempo 60 mit Lenk-unterstützung fast von alleine. Der Abstandshalter in Verbindung mit dem Spurhalteassistent kommt auch zum Einsatz, falls der Fahrer aus medizinischen Gründen ausfallen sollte und den Wagen nicht mehr selbstständig fahren kann. Dann bremst das Fahrzeug langsam von alleine ab und schaltet den Warnblinker ein.

Bei aller neu entdeckten Liebe zur Weiterentwicklung der Elektronik, konnten sich die Maschinenbauer von Volkswagen aber zumindest noch ein bisschen Gehör verschaffen und ein wenig Hand an Motoren und Getriebe legen. Neben einer Leistungsspritze für den GTI mit künftig 230 PS für das Grund- und 245 PS für das Performance-Modell gibt es deshalb einen neuen Sparmotor. Als 1,5 TSI Evo wird der bekannte Vierzylinder zum 150-PS-Triebwerk mit Zylinderabschaltung und bekommt bald einen noch sparsameren Bruder. Zwar hat die Blue-Motion-Variante nur 130 PS, kann dafür aber besser die Bewegungsenergie nutzen und den Motor auch während der Fahrt abschalten.

Quelle: RP
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