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Lamborghini Aventador J in Genf
Dieses Traumauto hat satte 700 PS
2012: Der neue Lamborghini Aventador in Genf
2012: Der neue Lamborghini Aventador in Genf FOTO: afp, FABRICE COFFRINI
Genf. Kampf der Supersportwagen-Hersteller: Lamborghini bringt mit dem Aventador J einen ernsthaften Konkurrenten zum Ferrari F12berlinetta auf den Markt. Von Thomas Geiger

Das wäre doch gelacht, wenn sich Stephan Winkelmann ausgerechnet von Ferrari die Butter vom Brot nehmen ließe. Nicht dass der F12berlinetta als neues Top-Modell aus Maranello nicht das Zeug zum Star des Genfer Autosalons hätte. Doch vom italienischen Erzrivalen will sich der Chef von Lamborghini ganz sicher nicht die Show stehlen lassen.

Deshalb kontert er auf der Messe in der Schweiz mit einem Supersportwagen, wie es ihn exklusiver und extremer selbst bei Lamborghini noch nicht gegeben hat: dem Aventador J. Wo es sonst zumindest noch eine knappe Stoffhaube und eine kleine Frontscheibe gibt, haben die Italiener diesmal alles Nebensächliche gestrichen. Kein Verdeck, keine Fenster und statt der Frontscheibe ein kleiner Windabweiser, aus dem keck wie ein Periskop der Rückspiegel ragt: Fast ungeschützt sitzen die beiden Insassen des 2,03 Meter breiten, aber nur 1,11 Meter hohen Donnerkeils in einem Wind, der jeden Orkan zu einem lauen Lüftchen machen dürfte.

Nicht umsonst steckt im Heck ein 6,5 Liter großer V12-Motor mit 700 PS, der 300 km/h so leicht erreicht wie ein Golf die Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn. Auch wenn der offene Zweisitzer so aussieht: Er ist keine Designstudie, die nach der Messe irgendwann im Werksmuseum landen wird. Sondern der Tiefflieger kommt tatsächlich auf die Straße. Allerdings nur ein einziges Mal.

Denn ein zweites Exemplar wird Lamborghini nicht bauen, sagt Winkelmann. "Das Auto ist ein einzigartiges Kunstwerk", schwärmt der Presidente und sieht den Wagen als Beweis dafür, dass Lamborghini trotz aller Regeln und Vorgaben, aller Kostenkontrolle und Konzernräson auch in Zukunft Träume wahr werden lässt. Allerdings hat das auch seinen Preis. Glatte zwei Millionen soll der Extremist kosten, verrät ein Manager aus dem Unternehmen. Brutto oder netto? Ob da die Steuer schon eingerechnet ist oder erst noch drauf kommt, ist bei dem Preis dann auch schon fast egal.

Und wer angesichts dieser Summe auch nur eine Sekunde überlegen muss, ist für dieses Auto ohnehin der falsche Besitzer. Zwar wird es den offenen Donnerkeil tatsächlich nur einmal geben, und wahrscheinlich hat längst schon ein Superreicher sein Scheckbuch gezückt. Doch für alle, die nicht schnell oder reich genug waren, hat Lamborghini einen kleinen Trost parat: Spätestens zum nächsten Sommer gibt es den Aventador auch als Roadster. Nicht ganz so extrem und nicht ganz so exklusiv, aber dafür auch nicht mal ein Viertel so teuer.

Quelle: dpa/nbe/csi
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