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Baujahr 2003
BMW Z4 3.0i
BMW Z4 3.0i / Baujahr 2003 Von Carlheinz Tüllmann

Das Größte ist der Sound. Zündschlüssel rumdrehen, Gang reinschieben, Gas geben - woooooom! So martialisch röhrt keiner. Selbst das Blubbern des Boliden im Protz- und Promenadentempo lässt Alfiosi rot anlaufen. Beschaulich dagegen grummelt der Sechszylinder-Bariton, wenn er, bei knapp 3000 Touren, locker die Richtgeschwindigkeit deutscher Autobahnen einhält. Alles in allem: Dieses Auto ist ein erotischer Klangkörper auf Rädern - mit großer Schnauze und viel Kraft dahinter. Sieben Jahre lang hat BMW im amerikanischen Spatanburg den Roadster Z3 gebaut. Der war, gemessen an dem seit sechs Monaten gehandelten Nachfolger Z4, ein schlankes, filigranes Sportfahrzeug mit den Modell-typischen Kiemen in den Flanken. Die zweite Generation kommt auch aus dem Werk in den USA (mehr als ein Drittel der Produktion bleibt gleich in der Umgebung) aber sie tritt völlig anders auf.

Fahrleistung

Der Z4 strotzt vor Selbstbewusstsein. Die stylistische Mischung aus Kanten, Sicken und Bögen formt ein pralles Powerpaket. Das lässt die Muskeln im Wettstreit mit Zuffenhausen spielen: gegen den Porsche Boxster, der mit ähnlichen Leistungsmerkmalen (228 PS/ 0-100 km/h = 6,4 Sekunden, 253 km/h Spitze, 42256 Euro) auf der Überholspur düst. Der BMW-Testwagen (Drei-Liter-Sechszylinder, 231 PS) katapultiert seine beiden Insassen in 5,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und winkt bei 250 km/h gnädig ab. Etwas bescheidener, aber mit 32500 um 6000 Euro deutlich billiger, schnurrt der Z4 mit 2,5-Liter-Triebwerk, dessen 192 PS es auf 235 km/h bringen.

Fahrverhalten

Ein Sonderlob verdient das Handling des Sportlers. Die erstmals eingesetzte elektrische Servolenkung vermittelt stets direkten Fahrbahnkontakt, zu temperamentvoller Kraftentfaltung führt der kurze Weg durch die knackige Sechs-Gang-Schaltung. Für Sicherheit im Sauseschritt sorgt ein bissig zupackendes Bremssystem. Der Hecktriebler zieht im Geradeauslauf sauber die Spur und liegt auch in Kurven wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Noch einen Tick agiler arbeitet das Aggregat in der Sport-Stellung. Dann meldet sich allerdings auch der Pflegezustand deutscher Straßen: knochenhart bis in die Rückenwirbel.

Komfort

Einstieg in die Top-Version: Die weit geschnittenen Türen nötigen nicht zum Kniefall, der Körperschwung zu den beiden tiefen, gut geformten Sitzen gelingt problemlos. Das Cockpit strahlt cooles, dynamisches Ambiente aus. Alu (leider nur Imitat) glänzt auf der Armaturentafel, im Blick des Fahrers leuchtet der Drehzahlmesser mit gut ablesbaren orangenen Ziffern. Die massige Mittelkonsole enthält die beiden beliebtesten Drucktasten: Eine zum Öffnen, die andere zum Schließen des Stoffdachs. Beim Spitzenmodell grüßt innerhalb von zehn Sekunden der Himmel, vollautomatisch verschwindet das Verdeck in der Versenkung (2,5 i= 1000 Euro Aufpreis). Es folgt ein Cabrio-Vergnügen vom Feinsten.

Wirtschaftlichkeit

38500 Euro kostet der „große“ Z4. Das mutet angemessen an. Doch dann zückt der Händler die Zubehörliste: Mit Klimaautomatik (1450), Navi-System (bis 2700), Automatik (2000), Leder (3270) Leichtmetallräder (2990) oder Alarmanlanlage (420 Euro) ist der Wert eines Kleinwagens fällig. Da scheppert’s auf dem Konto - wie beim Zuschlagen der Türen.

Datenblatt

Hubraum 2979 cm³
Zylinder/Ventile 6/4
Leistung 231/170
max. Drehmoment 300/3500 Nm
max. Geschwindigkeit 250 km/h
Beschleunigung 5,9 sek
Länge/Breite/Höhe 4091/1781/1299 mm
Radstand 2495 mm
Leergewicht 1365 kg
Zuladung 225 kg
Kofferraum 240 l
Testverbrauch 11,8 S
Vers.-Klassen KH/TK/VK 14/24/34
Preis 38500

Quelle: rp
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