| 13.12 Uhr

Konkurrenz für VW, Hyundai und Co.
Das kann der neue Nissan Qashqai

Der Nissan Qashqai im Test
Der Nissan Qashqai im Test FOTO: Nissan
Madrid. "Wunder gibt es immer wieder" sang Katja Ebstein erfolgreich in den 70ern. Und sie passieren auch manchmal dann, wenn man sie so gar nicht erwartet. Schwieriger wird es, wenn man sie wiederholen soll. Vor dieser Aufgabe steht nun der neue Nissan Qashqai.

Manchmal geschehen doch noch kleine (Auto)-Wunder. So zum Beispiel 2007 als Nissan den Qashqai auf den Markt brachte. Nicht nur der Name irritierte, auch die Gattungsbezeichnung fiel schwer: Wie konnte man ihn einordnen? Kombi? Oder doch SUV? Oder doch lieber Van? Oder was nun?

Schließlich bot der Japaner gute Platzverhältnisse bei kompakten Abmessungen, dazu gab es ein wenig Geländewagen-Optik und auf Wunsch Allrad. Eine hohe Sitzposition war auch serienmäßig an Bord. Die neudeutsche Bezeichnung "Crossover" setzte sich für diesen Karosseriemischling durch. Und das Wichtigste: Die Kunden liebten ihn. Über zwei Millionen Einheiten wurden in den sieben Jahren verkauft, deutlich mehr als sich die Nissan-Verantwortlichen vorgestellt hatten. Mitte Februar tritt nun die zweite Generation zu Preisen ab 19.940 Euro an, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Am Grundprinzip der ersten Generation haben die Macher nicht viel verändert. Der neue Qashqai ist zwar um 4,5 Zentimeter auf nun 4,37 Meter Länge gewachsen und hat ein wenig in der Breite zugelegt, bleibt damit aber noch im kompakten Rahmen. Beim Gewicht dagegen wurde abgespeckt. 40 Kilogramm weniger bringt die zweite Generation trotz verbesserter Ausstattung auf die Waage.

Fotos: Die SUV-Stars 2014 FOTO: Hersteller

Das Kofferraumvolumen steigt

Auffällig viel Mühe haben sich die Designer bei der Gestaltung des Interieurs gegeben. Die Materialien fühlen sich gut an und sehen besser aus als beim Vorgänger. Die neuen Sitze bieten guten Halt und natürlich wieder eine hohe Position. Für die Insassen gibt es zudem mehr Platz und das Kofferraumvolumen steigt im Vergleich zur ersten Generation um 20 Liter auf nun 430 bis 1.585 Liter. Ein Unterbodenfach mit zweigeteiltem Wendedeckel sowie eine Verstaumöglichkeit für das Gepäckraumrollo sind neu an Bord. Weggefallen ist hingegen die bisherige Siebensitzer-Version.

Durch die stärker ausgeformte Karosserie wirkt der Crossover bulliger und dynamischer als sein Vorgänger. Die leicht verringerte Höhe (minus 1,5 Zentimeter) steht dem Fahrzeug ebenfalls gut und wirkt sich nicht negativ auf die Kopffreiheit im Fond aus. Auch lange Erwachsene kommen hier nicht mit dem Dachhimmel beziehungsweise mit dem in der höchsten Ausstattungsstufe serienmäßigen Panorama-Glasdach in Kontakt.

Apropos Ausstattung: Wie gehabt stehen die drei Linien Visia, Acenta und Tekna zur Wahl. Bereits in der Basisversion gehören unter anderem Klimaanlage, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und LED-Tagfahrlicht zum Serienumfang. Die meisten deutschen Käufer wählen jedoch das mittlere Komfortniveau, das mit Zweizonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorne, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und dem Fahrerassistenzpaket aufwartet.

Hielt sich der Vorgänger noch mit elektronischen Helfern zurück, kommen hier ein Notbrems-, Fernlicht- und Spurhalteassistent sowie einer für die Verkehrszeichenerkennung zum Einsatz. Die Helfer können – wenn man keine Lust auf warnende Piepsgeräusche hat - einfach deaktiviert werden. In der Top-Version sind LED-Scheinwerfer, 19-Zöller, Panoramadach, Navigationssystem mit 7-Zoll-Bildschirm und das Kamerasystem für eine 360 Grad-Überwachung des Fahrzeugs an Bord. Gegen 650 Euro Aufpreis lässt sich bei Tekna noch ein weiteres Helferpaket dazu buchen. Es beinhaltet Einpark- und Totwinkel-Assistenten und warnt bei Müdigkeit.

1,2-Liter-Turbobenziner mit 115 PS

Doch nicht nur beim Thema Ausstattung und Sicherheit hat Nissan nachgelegt. Die Benziner sind neu, die Dieselaggregate wurden überarbeitet. Sparsamstes Triebwerk ist der 81 kW/110 PS starke 1,5-Liter-Diesel, der sich mit 3,8 Liter (CO2-Ausstoß: 99 g/km) begnügt. Ein 1,2-Liter-Turbobenziner mit 85 kW/115 PS ersetzt den bisherigen fast gleichstarken 1,6-Liter-Sauger.

Dem Direkteinspritzer trauen die Nissan-Auguren immerhin 30 Prozent Marktanteil zu. Sie dürften in ihrer Prognose nicht ganz daneben liegen, gibt sich der Turbo doch vergleichsweise spritzig. Mit 190 Nm ist er kein Durchzugswunder, aber auch nicht unbedingt schwächlich zu nennen. Eifriges Schalten sollte man aber schon lieben, um das Triebwerk bei Drehmomentlaune zu halten.

Neben allzu großen Krafterwartungen sollte man auch keine Beschleunigungsansprüche hegen. Reisen statt hetzen ist gefragt, und eine Portion Geduld ist ebenfalls nicht abträglich. Mit dieser Fahreinstellung lässt sich dann auch dem Normverbrauch von 5,6 Liter (129 g/km) am ehesten nahe kommen. Ende 2014 schiebt Nissan noch einen 1,6-Liter-Benziner mit 120 kW/163 PS und 240 Nm nach, eine leistungsstärkere Nismo-Version mit ca. 200 PS ist für 2015 angedacht.

Volumenmotor ist und bleibt wohl der bekannte 1,6-Liter-Diesel mit 96 kW/130 PS, der übrigens als einzige Motorenoption auch mit Allrad geordert werden kann. Er ist nun etwas sparsamer (0,1 Liter) und etwas flotter beim Standardspurt geworden (0,4 s). Für ihn gibt es nun ein neues CVT-Getriebe (Aufpreis 1600 Euro). Es kommt ohne die, bei diesen Automatik-Varianten früher üblichen, gummibandähnlichen Schalterlebnisse sowie die unschön jaulenden Begleitgeräusche bei Beschleunigungsversuchen aus.

Wunder erwarten die Verantwortlichen vom Qashqai diesmal nicht. Es reicht, wenn er auf den Erfolg des Vorgängers etwas drauflegt. Das wiederum würde niemanden wundern, schließlich bleiben neben den Abmessungen auch die Preise im Rahmen. So kostet der 1,6-Liter-Diesel mit Frontantrieb in der beliebten Acenta-Linie ab 26.900 Euro, das sind trotz Mehrausstattung nur rund 450 Euro mehr als zuvor.

(SP-X)
 
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