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Schnelle S-Pedelecs
ADFC warnt vor schnellen E-Bikes auf Radwegen

 ADFC warnt vor schnellen E-Bikes auf Radwegen
FOTO: dpa/RP
Berlin. Die Regierung will die Verkehrsordnung demnächst ändern. ADFC und Mediziner sind gegen eine Zulassung schneller S-Pedelecs. Von Jessica Kuschnik

Für die einen ist das E-Bike der Heilsbringer für jede Fahrradtour, andere fühlen sich durch die schnellen Räder belästigt. Egal, zu welcher Fraktion man gehört, geht es nach dem Willen des Bundesverkehrsministeriums, soll das Zusatzschild "E-Bikes frei" demnächst deutlich machen, dass der Radweg beiden Parteien gehört. Die Bundesregierung will die Straßenverkehrsordnung entsprechend ändern, wie aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage des Verkehrsexperten Matthias Gastel (Grüne) hervorgeht.

Das Problem: Aus der Antwort geht nicht eindeutig hervor, was mit E-Bike gemeint ist. Denn es gibt Pedelecs, die 25 km/h schnell sind, und S-Pedelecs mit 45 km/h. Laut ADFC ist es schon heute so, dass Pedelecs auf dem Radweg fahren dürfen. S-Pedelecs dürfen es nicht, weil sie zu schnell für den Radverkehr sind. Theoretisch droht ein Bußgeld, wenn man mit einem S-Pedelec auf dem Radweg unterwegs ist.

Seit Jahren steigt die Zahl der verkauften E-Bikes. Vor allem Senioren nutzen die Räder. Ob dadurch vermehrt Unfälle passieren, ist unklar, da viele Senioren ohne elektronische Unterstützung wohl gar nicht erst aufs Rad steigen würden. Eine Studie der TU Chemnitz im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft hat ergeben, dass Fahrer von E-Bikes keinem höheren Risiko ausgesetzt sind als Fahrradfahrer. "Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt nur um rund zwei km/h höher als beim Fahrrad", heißt es darin. Die Motorunterstützung würde hauptsächlich genutzt, "um ähnliche Geschwindigkeiten wie beim Fahrrad zu erreichen, dies jedoch mit geringerem körperlichen Einsatz".

Dennoch ist der ADFC skeptisch: "Wenn mit dem Vorschlag der Bundesregierung S-Pedelecs gemeint sind, halten wir ihn für ausgesprochen riskant. Wenn auf Radwegen neben Radlern, die im Durchschnitt rund 15 Stundenkilometer fahren, in Zukunft auch hochmotorisierte S-Pedelecs mit der dreifachen Geschwindigkeit unterwegs sind, wird das Unfallrisiko deutlich steigen."

Peter Biberthaler, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie an der TU München, behandelt zunehmend E-Biker. Unfälle mit Pedelecs verursachten oft nur Unterarm- und Handgelenksbrüche - wie normale Radunfälle auch. Mit dem schnellen S-Pedelec seien die Verletzungen weitaus schwerwiegender.

Quelle: RP
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