| 11.26 Uhr

E-Bikes
Pedelec-Tuner riskieren ihren Führerschein

E-Bikes im Test - teils gravierende Sicherheitsmängel
E-Bikes im Test - teils gravierende Sicherheitsmängel FOTO: ADAC
Düsseldorf. Mit einem Pedelec kommt man bequem und fix voran, 25 Kilometer pro Stunde sind eine ordentliche Geschwindigkeit. Doch manch einem reicht das offenbar nicht. Mit Tuning-Kits kann das Tempo-Limit geknackt werden. Doch der Eingriff ist illegal.

Wer mit einem getunten Pedelec unterwegs ist, riskiert seinen Führerschein. Davor warnt der ACE Auto Club Europa.

Laut Zweirad-Industrie-Verband konnten im Jahr 2015 etwa 535.000 Pedelecs und E-Bikes abgesetzt werden. Den Großteil machen dabei die versicherungs- und zulassungsfreien Pedelecs aus. Mit einem 250 Watt starken Motor unterstützen sie den Fahrer bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde. Danach setzt der Motor aus.

Fahrräder - das sind die beliebtesten Typen in Deutschland FOTO: dpa, rj pzi max wst

Wem das nicht genug Tempo ist, der muss entweder kräftig strampeln oder auf ein S-Pedelec (auch "Pedelec 45" genannt) umsatteln. Für diese S-Pedelscs ist eine Versicherung sowie ein Kennzeichen fällig. Der Fahrer braucht außerdem den Führerschein der Klasse M (auch in B enthalten).

Grundsätzlich sind auch die normalen Pedelecs mit ihren 250-Watt-Motoren in der Lage, schneller zu fahren. Sie werden bei 25 km/h gedrosselt. Zunehmend werden im Handel Tuning-Kits angeboten, die diese Drosselung umgehen. Eine simple Methode ist es, den angezeigten Tachowert zu halbieren, schon hilft das Fahrrad theoretisch bis Tempo 50 nach.

So wird aus einem Fahrrad ein E-Bike - in 60 Sekunden FOTO: GeoOrbital

"Mit einem so manipulierten Fahrzeug darf man allerdings nicht mehr auf öffentlichen Straßen fahren, denn durch das geknackte Geschwindigkeits-Limit ändert sich auch die Bauart", erklärt ACE-Rechtsexperte Hannes Krämer. "Aus einem Pedelec, das verkehrsrechtlich als Fahrrad gilt, wird ein S-Pedelec, laut Straßenverkehrsordnung (StVO) also ein Mofa und das braucht eine Betriebserlaubnis."

Neben Versicherungskennzeichen und Führerschein ist dann auch ein Helm Pflicht. Ohne Fahrerlaubnis droht eine Anzeige wegen Fahrens ohne Führerscheins. "Es droht eine empfindliche Geldstrafe und Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr", sagt Krämer.

Wer noch  keinen Führerschein besitzt, dem droht eine Sperrfrist von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Im Einzelfall kann sie sogar für immer angeordnet werden.

Der Bußgeldkatalog für Radfahrer FOTO: dpa, Emily Wabitsch

Pedelecs bis 250 Watt sind in vielen Haftpflichtversicherungen mit abgedeckt. Wer sein E-Bike jedoch unrechtmäßig tunt und damit einen Unfall baut, kann auf den Kosten sitzen bleiben – beispielsweise für Schmerzensgeld, Verdienstausfall oder Reparatur.

(csr)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

E-Bikes: Pedelec-Tuner riskieren ihren Führerschein


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.