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Wissenswertes zur Promillegrenze
Mit wie viel Promille ist Fahrrad fahren noch erlaubt?

Die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands
Die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands FOTO: dpa, Friso Gentsch
Düsseldorf. Promille und Fahrrad fahren - was sich in der Kombination nicht sinnvoll anhört, ist es in diesem Fall auch nicht. Der Gesetzgeber hat in Deutschland eine eindeutige Regelung geschaffen, um Unfällen vorzubeugen.

Nicht nur Autofahrer müssen verantwortungsvoll handeln. Auch ein Fahrradfahrer ist ein regulärer Verkehrsteilnehmer und ist somit in der Pflicht, sich umsichtig zu verhalten.

Das Wichtigste zuerst: Die Blutalkoholkonzentration für einen Fahrradfahrer darf in Deutschland 1,6 Promille nicht überschreiten. Ab diesem Grenzwert verliert ein Fahrradfahrer je nach Ergebnis der dann zu absolvierenden MPU eventuell auch seinen Führerschein. Fährt jemand mit mehr als 1,6 Promille Fahrrad, macht er sich strafbar und kann angeklagt werden. Freiheitsstrafen von einem bis zu fünf Jahren sind möglich. Wichtig: Auch unterhalb des Grenzwertes von 1,6 Promille darf das Fahrrad nicht auffällig gefahren werden, anderenfalls verstößt man gegen das Gesetz.

Den eigenen Promillewert grob selbst schätzen?

Wie viel Alkohol darf ich trinken, ohne mit zu viel Promille auf das Fahrrad zu steigen? Ein Wert von weniger als 0,3 Promille auf dem Fahrrad gilt rechtlich als unbedenklich. Es ist unmöglich, den Promillewert selbst einzuschätzen. Auch bekannte Formeln oder Promillerechner im Internet geben keine verlässliche Zahl aus. Zu unterschiedlich sind wir Menschen in unserer Physiologie, als dass eine allgemeingültige Formel Auskunft darüber geben könnte, mit wie viel Promille noch Fahrrad gefahren werden kann. Gehen Sie lieber zu Fuß, nehmen öffentliche Verkehrsmittel oder lassen sich von Taxi oder Bekannten fahren.

Das zeigt die Statistik zu Fahrradunfällen unter Alkoholeinfluss

Das deutsche Bundesamt für Statistik hat für 2013 folgende Zahlen veröffentlicht: Von insgesamt rund 14.000 Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss entfallen 24 Prozent auf Fahrräder. Das bedeutet im Klartext: Jeder vierte unter Alkohol verunfallte Verkehrsteilnehmer war ein Fahrradfahrer. Die Zahl der Fahrradfahrer, die unter Alkoholeinfluss an Unfällen beteiligt waren, ist seit dem Jahr 2000 leicht gesunken, jedoch noch immer überdurchschnittlich hoch: Von allen Verkehrsunfällen mit Personenschaden lag der Anteil der Fahrradfahrer lediglich bei 14 Prozent. Nach der Forderung von Experten soll die Promillegrenze für Fahrradfahrer von 1,6 auf 1,1 Promille gesenkt werden.

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