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Fragen und Antworten
Was darf man eigentlich auf dem Fahrradweg?

Die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands
Die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands FOTO: dpa, Friso Gentsch
Düsseldorf. In Düsseldorf könnte bald die Pflicht für Radler aufgehoben werden, die Fahrradwege zu benutzen. Was aber ist auf Fahrradwegen überhaupt erlaubt und was nicht? Wir haben beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club nachgefragt. 

Bis zu welchem Alter müssen Kinder auf dem Fahrradstreifen fahren?

Kinder bis acht Jahre müssen auf dem Gehweg fahren, bis zehn Jahre dürfen sie es. Ältere Kinder dürfen den Radweg benutzen beziehungsweise die Fahrbahn, wenn kein Radweg vorhanden ist.

Dürfen Rennräder überhaupt auf den Fahrradstreifen? Oder müssen sie auf die Straße?

Für Rennräder gelten dieselben Regeln wie für andere Räder auch. Radfahrer können selbst entscheiden, ob sie auf dem Radweg oder auf der Fahrbahn fahren. Einzige Ausnahme: Es ist ein – mit dem blauen Schild gekennzeichneter – sogenannter benutzungspflichtiger Radweg vorhanden.

Ratgeber: Mit dem Fahrrad durch den Winter - Tipps FOTO: dpa, fru cul rho jai

Für welches Delikt im Zusammenhang mit dem Fahrrad bekommt man die höchste Strafe? Welche ist das?

Das teuerste Delikt ist das Überqueren eines Bahnübergangs trotz geschlossener Schranke, dafür fallen 350 Euro an. Aber auch das Überqueren einer Straße bei einer Ampel, die schon seit einigen Sekunden auf rot steht, fallen 100 Euro an. Den gesamten Bußgeldkatalog samt Vergehen finden Sie hier.

Ist es nur eine "Redensart" oder tatsächlich gesetzlich verboten auf der Gegenseite mit dem Fahrrad zu fahren? Wenn es verboten ist, welche Strafe droht?

Radwege dürfen normalerweise nicht in Gegenrichtung befahren werden. Es gibt jedoch die Ausnahme, dass ein Zusatzschild "Radfahrer frei" die Benutzung in Gegenrichtung erlaubt. Sonst drohen 20 Euro Strafe.

Ist die Straße manchmal sicherer als der Radweg? Immerhin könnte nun ein Gesetz in Düsseldorf kommen das besagt, dass Radwege für Fahrradwege nicht mehr verpflichtend sind.

Die allgemeine Radwegebenutzungspflicht ist bereits seit 1997 aufgehoben. Städte dürfen seitdem die Benutzungspflicht nur noch dort anordnen, wo eine besondere Gefahrenlage besteht. Diese Prüfung hat aber oft nicht stattgefunden.

Diese Radwege ärgern Düsseldorfer FOTO: Andreas Endermann

Auf schlechten, schmalen und außerhalb des Blickfelds von Autofahrern geführten Radwegen aus den 1970er und 80er Jahren sind Radfahrer tatsächlich nicht sicherer als auf der Straße. Radfahren auf der Fahrbahn ist aber trotzdem nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn hier fühlen sich nur routinierte und mutige Radler wohl. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) fordert deshalb sichere und komfortable Radwegenetze, auf denen alle – auch Kinder und ältere Menschen – gerne fahren.

Dürfen Fußgänger eigentlich auf einem Radweg gehen?

Radwege sind Radfahrern vorbehalten – Fußgänger gehören nicht auf den Radweg, genauso wenig wie Motorräder oder Autos. Es gibt allerdings auch Wege, die sowohl für Radfahrer als auch für Fußgänger vorgesehen sind. Sie sind dann mit einem entsprechenden blauen Schild gekennzeichnet.

Überall gilt natürlich Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und Rücksicht. Alle müssen sich so verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet, über die Maßen behindert oder belästigt wird.

(ham)
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