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Mehr Licht im Wagen
Auch wenn am Wetter nichts geändert werden kann: Der nächste Sommer kommt bestimmt. Und mit steigenden Temperaturen öffnen sich auch die Dächer und Luken an Autos – aber es muss trotzdem nicht gleich ein Cabrio sein. Eine Alternative sind großflächige Panoramafenster im Dach, sie haben nach Angaben von Opel-Sprecher Michael Blumenstein das klassische Schiebedach mittlerweile abgelöst. So sind alle Schiebedächer der Rüsselsheimer Marke inzwischen aus Glas. Von Stefan Weißenborn

Auch andere Hersteller sind diesen Weg gegangenen – selbst die Kurbel zum Öffnen wurde durch einen komfortablen Stellmotor abgelöst. Beim Opel Astra zum Beispiel gibt es ein Glas-Schiebe-Ausstelldach im Paket mit Leseleuchten für 915 Euro. 900 Euro Aufpreis müssen beim VW Golf für das elektrische Schiebedach bezahlt werden. Ford verlangt beim Focus 785 Euro dafür.

Als Standardgröße eines Schiebedaches nennt Arnulf Thiemel vom ADAC Technik Zentrum in Landsberg eine Fläche, die etwa zwei nebeneinandergelegten DIN-A3-Blättern entspricht. Gut eigneten sich diese Dächer dazu, angestaute Hitze schnell aus dem Auto zu lassen. "Manche Hersteller bauen auch Sensoren ein. Dann schließt sich das Dach bei Regen automatisch."

Das Panoramadach mit viel Glas liegt im Trend: Die Grenzen vom Schiebe- zum Panoramadach sind fließend. So bietet Opel für den Corsa ein sogenanntes Panoramaschiebedach an (850 Euro im Paket). Es ist etwa doppelt so groß wie der Standard, aber immer noch kleiner als die Panoramawindschutzscheibe, die die Rüsselsheimer im Astra GTC (Aufpreis 1200 Euro) und Zafira Tourer (1300 Euro) anbieten: Hierbei verlängerten die Ingenieure die Frontscheibe weit über die Köpfe von Fahrer- und Beifahrer. Sie kann per Rollo abgedunkelt, aber nicht mehr geöffnet werden. Ford und Peugeot haben ein ähnliches Dach entwickelt.

Immerhin zur Hälfte öffnen lassen sich die Panoramaschiebedächer im Opel Insignia Sports Tourer (1200 Euro), im VW Touran (1200 Euro) oder Up (880 Euro). Auf technischer Seite hinzuzufügen wäre: Panoramadächer wiegen mehr als Blechdächer. Und Unfallschäden sind kostspieliger. Das verwendete Verbundglas mache die Reparatur teuer, erklärt ADAC-Mann Thiemel. Nach Ansicht von Peugeot-Sprecher Bernhard Voß sind aber die in mehreren Schichten gefertigten Dächer der Franzosen stabiler und dadurch sicherer als Stahldächer.

Ein guter Kompromiss zwischen festem Dach und Cabrio sind Falt-, Roll- und Targadächer. Laut Thiemel bestehen Faltdächer meist aus dünner Plane, die keine Wärmeisolierung bewirkt. Dafür kommt Cabriofeeling auf, wenn das Dach auf voller Fahrzeugbreite verschwinden kann. Dies ist etwa beim Fiat 500C (ab 14 200 Euro) der Fall, für den der Hersteller aber eine wintertaugliche Isolierwirkung verspricht. Ab 2013 plant auch Audi lautdem Magazin "auto motor und sport" eine Variante des A1 mit Rolldach.

Das sogenannte Targadach ist wenig verbreitet und eng verbunden mit der Marke Porsche. "Merkmal des klassischen Targadaches ist ein herausnehmbares Dachteil zwischen oberem Frontscheibenrahmen und Überrollbügel, dem Targa-Bügel, das oftmals im Kofferraum verstaut werden kann", erläutert Thiemel. Das Dach des aktuellen Porsche 911 Targa 4 ist aber eigentlich ein großes Schiebedach: Es lässt sich um einen halben Meter öffnen und schiebt sich unter die Glasheckklappe. tmn

Quelle: RP
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