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Weltpremiere auf dem Pariser Salon
Opel Adam – Lifestyle-Kur fürs Image
Pariser Salon 2012: Das ist der Opel Adam
Pariser Salon 2012: Das ist der Opel Adam FOTO: Hersteller
Paris. Die Straßen der Weltmetropole waren die Bühne für das seit Wochen erwartete Debüt des Kleinsten von Opel. Der neue Adam soll als Micro-Trendsetter mit pfiffiger Ausstattung und einem erschwinglichen Infotainmentsystem junge Käufer anlocken. Von Alexandra Felts

Auch wenn es aus Kübeln schüttete: Paris bleibt auch bei diesem Wetter die Stadt der Mode und des Glamours. Hier rollte fern des üblichen Kunstnebels und bunter Lichtspiele, mit denen sonst Autopremieren inszeniert werden, der Opel Adam zu seinem ersten großen öffentlichen Auftritt mitten hinein in den Verkehr einer Großstadt. Hier im Urbanen soll auch sein Lebensraum sein, wenn er Anfang 2013 ausgeliefert wird.

Und er trägt hohe Erwartungen auf seinem kessen, scheinbar wie schwebend gestaltetem Dach. Denn Adam soll als kleinster und jüngster Rüsselsheimer nicht nur für eine Image-Kur in Richtung Hipness sorgen, sondern auch anderen designorientierten Lifestyle-Mobilen wie Citroën DS3, Fiat 500 oder dem Mini sowie dem Micro-Volkswagen Up Konkurrenz machen. Mit Preisen ab 11.500 Euro ist der freche, jüngere Bruder des Corsa auch kein Billigstprodukt.

Überzeugend eigenständig

Die Form des Opel Adam ist überzeugend eigenständig und zeitgemäß. Mark Adams, Vice-President Design, und Malcolm Ward, der für die Außenform verantwortlich zeichnet, wollten das für dieses Segment so typische Retro-Design vermeiden. Neben dem schwebenden Dach verleihen zwei Falten im Blech der Seitenansicht der Silhouette optische Dynamik. Das Heck ist klar und unaufgeregt gegliedert und bietet sogar noch Platz für den Einbau des optionalen Flexfix-Fahrradträgersystems, das im Stoßfänger integriert wird. Der Gesamteindruck des 3,70 Meter langen und ohne Außenspiegel 1,72 Meter breiten Micro-Autos ist fröhlich, aber keinesfalls niedlich. Als Merkmal einer sich abzeichnenden neuen Formensprache bei der von Altlasten gebeutelten Marke trägt er vorne die flügelförmige Chromspange, wie man sie jetzt auch vom Astra kennt.

Beeindruckend sind am Adam vor allem die Ausstattungsideen und die vielen Extras. Er wirbt um junge Käufer mit den Designlinien "Jam" (13.400 Euro), "Glam" (14.090 Euro) und "Slam" (16.085 Euro), die man - weniger trendy - auch als modisch, elegant und sportlich bezeichnen könnte. So lassen sich die Außenlacke jeweils mit verschiedenen Dachfarben und eigenen Polsterstoffen kombinieren. Bei einem ersten Blick in den Innenraum überzeugte die hochwertige Verarbeitung. Das schwungvolle Armaturenbrett hat eine Blende, die übrigens auf Wunsch immer wieder ausgetauscht werden kann. Optionale farbige Zierclips an den Rädern lassen sich ebenfalls nach Lust und Laune verändern. Für 280 Euro kann man sich einen Dachhimmel mit LED-Sternchen spendieren.

300 Euro fürs Internet

Ein Highlight des flotten Dreitürers ist sicher das Infotainmentsystem Intellilink mit einem sieben Zoll großen Touchscreen. Per Bluetooth- und USB-Schnittstelle (beim Adam Jam mit 13.400 Euro sogar serienmäßig) können Smartphones, Tablets und andere mobile Endgeräte mit dem System verbunden werden. Unter anderem können auch eigene Bilder und Videos im Stand auf dem Bildschirm abgespielt werden. Auch der Preis kann sich sehen lassen: 300 Euro mehr für den Einstieg ins Internet. Der Lancia Ypsilon hat es vorgemacht: auch für den Opel Adam ist als Extra ein automatisches Einparksystem erhältlich (580 Euro)

Die vielen optischen Details und das attraktive Multimedia-Angebot könnten vergessen lassen, daß dieser Neuwagen zunächst nur mit den drei bekannten Benzinern mit 1,2- und 1,4-Litern Hubraum im Leistungsband von 51 kW/70 PS bis 74 kW/100 PS unterwegs sein wird. Eine sparsame Start-Stopp-Automatik gibt es nur gegen Aufpreis. Was allerdings noch kommen wird ist ein Turbobenziner mit Direkteinspritzung aus der neuen Motorengeneration.

Mokka, Astra GTC, Adam und im nächsten Jahr das Astra-Cabrio Cascada: bis 2016 plant Opel eine Modell-Offensive mit insgesamt 23 neuen Modellen und drei neuen Motoren. Der Opel Adam - erster seiner Art und Träger des Gründernamens - könnte sogar ein Weltauto für außer-europäische Wachstumsmärkte sein. Aber das hören die Verantwortlichen nicht gerne, denn das würde vermutlich nicht ins Konzept der Konzernmutter General Motors passen.

Quelle: sp-x/sgo/csr/rm
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