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Deutschlands Marktführer setzt auf Angriff
Die Neuheiten aus der Motorrad-Schmiede von BMW

Die Motorrad-Neuheiten von BMW 2014
Die Motorrad-Neuheiten von BMW 2014 FOTO: BMW
Frankfurt. Es hat im vergangenen Jahr nicht ganz gereicht. Zwar konnte BMW seine Marktposition und die Konkurrenten auf Distanz halten, doch die Marke von 20.000 in Deutschland verkauften Krafträdern hat man nicht geschafft. Exakt 19.800 neue BMW-Bikes zählte das KBA. Für BMW eine Verbesserung um19 Prozent gegenüber 2012. Zum Vergleich: Honda als Zweitplatzierter kam auf rund 12.000 Einheiten, legte aber um satte 10,55 Prozent zu.

Dennoch ist der Abstand beträchtlich, und damit das so bleibt, reichern die Bayern ihre Produktpalette für 2014 um einige wichtige Modelle an. Nicht zuletzt mit dem Bike, das sie sich selbst zum 90. Geburtstag geschenkt haben: der RnineT. Sie glänzt mit Retro-Schönheit, wie sie derzeit von vielen Fans geschätzt wird. Auch Nicht-Anglisten erkennen schnell, dass im Namen die 90 steckt und im Motorrad die Reminiszenz auf jene Modelle, als viele von einer BMW träumten, sie sich aber noch nicht leisten konnten.

Die Technik des Roadsters ist freilich up to date: Upside-Down-Gabel, Paralever-geführte Einarmschwinge, ABS und der Boxermotor mit 81 kW/110 PS mit einem Drehmoment von 119 Newtonmetern. Doch die Ingenieure hielten Maß in Sachen Hightech. So kommt nicht der neueste und wassergekühlte Boxer zum Einsatz, und die Armaturen sind klassisch gestaltet mit mittig platzierten Analog-Uhren. So viel Retro-Chic ist nicht billig: 14.500 Euro muss auf den Tisch blättern, wer sich mit Nostalgie schmücken will.

Mehr als 160 PS braucht niemand

Motorradtrends 2014 - Power-Nakeds schwer im Kommen FOTO: Hersteller

Da ist sogar der hypermoderne Ableger des Racers S 1000 RR günstiger. 12.800 Euro für die S 1000 R - die Anzahl der Rs macht hier den Unterschied - erscheinen angesichts der Menge von Motorrad, die man dem Roadster mitgibt, nicht allzu viel. Zwar leistet der bekannte Ein-Liter-Motor aus der RR in der S 1000 R nur noch 160 PS und damit 33 PS weniger, doch dafür zieht er im unteren Drehmomentbereich besser durch. Und seien wir ehrlich: Mehr als 160 PS braucht eigentlich niemand, der nicht auf der Rennstrecke unterwegs ist.

Geänderte Kanäle im Zylinderkopf, andere Nockenprofile und das überarbeitete Motormanagement machen es möglich, und für die Beherrschbarkeit von so viel Druck sorgen teilintegrales Race-ABS, variable Motormappings und die Stabilitätskontrolle ASC – alles serienmäßig. Auf Wunsch und gegen Aufpreis gibt es das semiaktive Fahrwerk DDC aus der HP4, Schaltautomat und Tempomat dazu, womit man bei 14.500 Euro landet.

Ansonsten leistete BMW bei der Konvertierung des Racers in einen Streetfighter viel Feinarbeit, auch wenn man das dem Bike auf den ersten Blick nicht ansieht, da sich beider Silhouetten ähneln.

Modernisierung des Boxer-Tourers R 1200 RT

Dritter Wurf für die kommende Saison ist die Modernisierung des Boxer-Tourers R 1200 RT. Nach der R 1200 GS und der Adventure ist das Reiseschiff das dritte Modell, das den Wasser-Boxer einverleibt bekommt. Dabei sind die Leistungsdaten (92 kW/125 PS, 125 Nm) unverändert, der Motor soll nun aber weicher und runder laufen, vor allem im letzten Gang. Neu ist der Rahmen: Sitz, Lenker und Rasten finden sich um 20 Millimeter nach unten versetzt. Serienmäßig kann der Fahrer zwischen den Modi Road und Rain wählen, auch ASC ist Serie. Dynamikmodus und Anfahrhilfe am Berg kosten extra.

Als besonderes Extra bringt BMW erstmals einen völlig neu entwickelten Schaltassistenten, der sämtliche Schaltvorgänge ohne Kupplungs- und Gasgriffbetätigung ermöglichen soll. Bislang musste man beim Runterschalten manuell auskuppeln. Der Preis für so viel Reiseluxus beginnt bei knapp 17.000 Euro, nach oben geht da dank vieler Extras noch einiges.

Zwar hat BMW am Bestseller R 1200 GS nichts geändert, doch dessen Abenteuer-Ableger namens Adventure kommt 2014 neu. Mit einem Jahr Verspätung hat er nun den 125 PS starken Wasser-Boxer bekommen; anders als bei den Vorgängermodellen wurde der Motor für die Adventure geändert. So erhält die Kurbelwelle etwas mehr Schwungmasse, was ein Absterben bei niedertourigen Fahrten verhindern soll. Verbessert wurde zudem der Windschutz, die Sitzbank senkte man etwas ab, der Federweg verlängerte sich um 20 Millimeter, der Tank fasst nun 30 Liter statt 20. Der Preis für so viel Abenteuer liegt bei 16.000 Euro.

Im Neuheiten-Pool der Münchener ist also für jeden etwas dabei, so dass für BMW auch das Jahr nach dem 90. Geburtstag erfolgreich verlaufen dürfte.

(SP-X)
 
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