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Von Touratech entwickelt
BMW R 1200 GS Rambler - hochvergnügliches Wandermotorrad

Touratech-BMW R 1200 GS Rambler - ein schlankes Wander-Motorrad
Touratech-BMW R 1200 GS Rambler - ein schlankes Wander-Motorrad FOTO: Touratech
Tabernas. Der Motorradzubehör-Spezialist Touratech entwickelt mit der R 1200 GS Rambler den Prototyp eines schlanken und leichten BMW Wander-Motorrads mit besten Geländeeigenschaften. Von Ulf Böhringer

Das englische Wort Rambler bezeichnet einen Wanderer oder Wanderfreund. Liest man das, ergibt sich die Vorstellung einer gewissen Betulichkeit.

Besieht man sich dagegen die neue, von Touratech als Prototyp entwickelte BMW R 1200 GS Rambler, erblickt man eine sehnig-sportliche Boxer-Enduro, wie es sie in dieser Radikalität nie zuvor gegeben hat.

Die Modellbezeichnung ist subtil: "Wir sehen in unserer Entwicklung keine Sport-Enduro, sondern ein hochvergnügliches Wandermotorrad", so Touratech-Vorstand Jochen Schanz bei der Rambler-Präsentation in der spanischen Tabernas-Wüste.

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Dass "Rambler" ganz ähnlich klingt wie der seit wenigen Jahren hochaktuelle Begriff "Scrambler", ist natürlich höchst willkommen. Noch mehr Arbeit als mit der Modellbezeichnung haben sich die Touratech-Leute aus dem südbadischen Niedereschach freilich mit dem Fahrzeug selbst gemacht, das den Entwicklungscode K199 trägt. Auch der ist mit Bedacht gewählt.

Gut ein Jahr hat ein kleines Team des Motorrad-Spezialisten Touratech gebraucht, um die Rambler zu konzipieren und auf die Räder zu stellen. "Das ist in Abstimmung mit BMW erfolgt", hält Schanz fest; der Münchner Hersteller hatte also ganz offensichtlich Interesse daran, dass sich Touratech an die Entwicklung einer leichten Zweizylinder-Enduro macht. Dafür stellte er den badischen Entwicklern auch verschiedene Fahrzeugteile zur Verfügung.

Viele Teile der R 1200 GS mussten weggelassen werden

"Um die K199 entwickeln zu können, mussten wir erst einmal klären, was man zum genussvollen Fahren abseits des Asphalts wirklich braucht und was nicht", beschreibt Schanz die Entwicklungshistorie.

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Denn dass aus einer gut 240 Kilogramm wiegenden R 1200 GS nur dann ein rund einen Zentner leichteres Wander-Motorrad werden könnte, wenn man viele Teile weglässt, lag von Anfang an auf der Hand. Zielgewicht waren – vollgetankt! – 199 Kilogramm, "und das haben wir im Entwicklungscode auch so festgehalten", so Schanz. Die Zielvorgabe wurde schließlich erreicht, wenn auch mit teils großem Aufwand.

Aus Kostengründen entschloss man sich in Niedereschach, möglichst viele Originalteile zu verwenden. Deshalb weisen weder Motor noch Einarmschwinge Änderungen auf. Auch die Blinker, der Scheinwerfer, das Rücklicht und manch anderes kommen aus dem Teileregal der Bayern.

Andere Komponenten wie das Federbein basieren auf Touratech-Standardware, waren also zumindest teilweise bereits existent. Doch vieles musste tatsächlich vollkommen neu angefertigt werden, und zwar von der Touratech-Tochterfirma TT-3D in Murnau.

Das gilt für die Airbox aus karbonfaserverstärktem Kunststoff oder den Alu-Tank mit einem Fassungsvermögen von 16,2 Litern, der mit dem Alu-Heckrahmen eine Einheit bildet, auf dem die Sitzbank direkt befestigt ist.

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Extra angefertigt wurden auch die gesamten Verkleidungsteile sowie der Unterfahrschutz und der Frontkotflügel, die extrem leichte Abgasanlage aus Titan und karbonfaserverstärktem Kunststoff oder die speziellen Excel-Speichenräder.

Rambler noch ein Stück vom Serienstand entfernt 

Natürlich hat man auch sonst überall so viel Gewicht wie nur möglich eingespart: Beispiele sind die Lithium-Ionen-Batterie, der Magura-TX-Lenker mit leichten Radialpumpen für Kupplung und Bremse oder auch die Bremsanlage selbst. "Wir kamen zum Schluss, dass angesichts von gerade mal 200 Kilogramm eine Bremsscheibe im Vorderrad ausreicht", so Schanz.

Das ABS hat man ganz bewusst an Bord gelassen, denn die Prototypen-Entwicklung sollte BMW beweisen, dass man in Niedereschach eine Basis geschaffen hat, die sich zur Industrialisierung eignet.

"Wir selbst werden das Fahrzeug keinesfalls bauen", hielt Schanz fest. Entweder entschließe sich BMW dazu, auf Basis der Touratech-Entwicklung an die Industrialisierung des Konzepts zu gehen, "oder es bleibt bei den zwei hier zu sehenden Prototypen", bekräftigte Schanz in Spanien. Sie unterscheiden sich lediglich in der Farbgebung; ein Motorrad ist in der Touratech-Hausfarbe Gelb gehalten, das andere in den Farben von BMW-Motorsport (weiß-rot-blau).

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Rambler würde zu BMW passen

Dass die Rambler noch ein ganzes Stück vom Serienstand entfernt ist, weiß man bei Touratech: "Wir haben den Rahmen der R 1200 R aus Kostengründen nur geringfügig modifizieren können, aber eigentlich muss man ihn für ein Serien-Motorrad neu anfertigen." Auch die Verkabelung und einige andere Komponenten bedürfen im Rahmen der Industrialisierung noch einiger Zuwendung.

Ins BMW-Programm würde eine Rambler-GS vorzüglich passen: Die vor einigen Jahren ausgelaufene HP2 Enduro ist bislang ohne Nachfolgerin geblieben. Ihr trauern viele Leute nach. Touratech sieht in der Rambler ein beträchtliches Potenzial: "Es gibt viele, die ein geländegängiges Ausflugsmotorrad schätzen."

Und wie war die BMW-Resonanz? "Gut, in München hat man unsere Arbeit mit großem Interesse zur Kenntnis genommen." Offensichtlich wartet man bei BMW nun, welche Reaktionen die Rambler-Präsentation in Medien und Foren zur Folge hat. 

Technische Daten Touratech-BMW R 1200 GS Rambler

Motor und Antrieb: Serientriebwerk BMW R 1200 GS (wassergekühlt), 1.170 ccm, 125 PS; Serien-Einarmschwinge R 1200 GS Adventure.

Fahrwerk: Stahlgitterrohrrahmen (modifiziert) R 1200 R, neuer Alu-Heckrahmen mittragend; USD-Gabel F 800 GS-Adventure mit Touratech-Suspension Cartridge-Kit Extreme, 230 mm Federweg; Touratech-Federbein Typ Extreme, modifiziert, Federweg 200 mm. Vorne Einscheibenbremse ø 300 mm, hinten Einscheibenbremse ø 276 mm (mit ABS). Excel-Speichenräder mit Geländebereifung 90/90-21 bzw. 150/70-17

Maße und Gewichte: Haupttank 16,2 l, Zusatztank mit integrierter Benzinpumpe (1,8 l) unter Haupttank; vollgetankt 199 kg. 

(SP-X)
 
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