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Manipulationsskandal
ADAC: Abweichungen bei Abgastests auch in Deutschland

ADAC: Abweichungen bei Abgastests auch in Deutschland
FOTO: dpa, frg hpl cmp
München. Dem Automobilclub ADAC fallen nach eigenen Angaben schon seit Jahren Abweichungen bei Abgastests auch in Deutschland auf. Seit 2003 überprüfe man jährlich 150 Autos auf das Kohlenstoffdioxid sowie die Schadstoffe, die sie abgeben.

"Das sagen wir seit Jahren, dass die Herstellerwerte nicht stimmen", berichtete ein Sprecher am Montag in München. Es liege daran, dass der ADAC bei den Abgas- und Verbrauchsmessungen strengere Maßstäbe anlege. "Da wird nicht betrogen aus unserer Sicht. Der legale Rahmen in Deutschland ist einfach zu lasch."

Bei Dieselfahrzeugen kämen immer wieder Abweichungen von den aktuellen Euro-Grenzwerten vor. Der ADAC fordert eine neue gesetzliche Regelung zur Abgasmessung.

VDA: Diesel-Fahrzeuge für CO2-Ziele wichtig

Unterdessen setzt der Autoverband VDA trotz des Skandals um manipulierte Abgastests in den USA uneingeschränkt auf Diesel-Fahrzeuge. "Der moderne Diesel ist für die weitere CO2-Reduzierung ein ganz wichtiger Baustein. Ohne den Diesel sind die anspruchsvollen CO2-Ziele in der EU nicht zu erreichen", erklärte der Verband am Montag. Der Diesel sei für den Klimaschutz sehr wichtig.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht das anders. Aus Sicht der Organisation stoßen Diesel-Autos nach wie vor extrem gesundheitsgefährdende und giftige Abgase aus. Die DUH will deshalb ein Fahrverbot von Dieselautos in Deutschland erreichen.

Europas größter Autobauer Volkswagen hatte am Sonntag eingeräumt, dass Abgaswerte von Diesel-Autos in den Vereinigten Staaten für Fahrzeugtests manipuliert worden waren. Der VDA hält Ähnliches in Europa für sehr unwahrscheinlich, weil die Gesetzgebung hier völlig anders sei als in den USA: "In der EU wird vorher streng kontrolliert. Hier muss der Hersteller die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften (...) nachweisen." In den USA sei hingegen das Prinzip der Selbstzertifizierung vorherrschend.

Nach den Angaben des VDA ist jedes zweite Auto, das in Westeuropa neu zugelassen wird, ein Diesel. Der Marktanteil der deutschen Konzernmarken beim Diesel liegt in Westeuropa bei 53 Prozent.

Manipulierte Abgastests bei Volkswagen-Dieselautos in den USA haben die gesamte Branche in Aufruhr versetzt. VM könnten Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar drohen - ebenso wie Rückrufkosten sowie mögliche Regressansprüche enttäuschter Kunden und Aktionäre.

(dpa)
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