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ADAC-Parkhaus-Test
Zu schmale Parkplätze und Probleme für Behinderte

ADAC-Parkhaustest 2016 - die Ergebnisse
ADAC-Parkhaustest 2016 - die Ergebnisse
Düsseldorf. Der ADAC hat 44 Parkhäuser in zwölf deutschen Städten unter die Lupe genommen. Ergebnis: Die Note "sehr gut" konnte kein Parkhaus erzielen, Behinderten wird es oft schwer gemacht und viele Parkplätze sind zu schmal. 50 Parkhäuser durften die Tester nicht betreten.

Erfreulich immerhin: 17 Parkhäuser schnitten gut ab, weitere 19 kamen immerhin noch auf ein "durchschnittlich". Sieben Garagen mussten die Experten jedoch mit einem "mangelhaft" bewerten. Für ein Parkhaus blieb lediglich ein "sehr Mangelhaft" übrig.

Den ersten Platz im Vergleich sicherte sich die Vitihofgarage in Osnabrück. Sie war in gutem baulichen Zustand, so die Tester, übersichtlich, deutlich beschildert und markiert, mit flachen und sehr breiten Rampen ausgestattet sowie ohne Pfeiler an den schräg angeordneten Parkplätzen.

Am anderen Ende der Wertungsskala liegt die Tiefgarage Am Theater in Heidelberg. Die Einfahrthöhe zu knapp, Fahrgassen und Parkplätze schlecht beleuchtet, die Parkplätze zu schmal, die ebenfalls zu schmalen Behindertenparkplätze nicht barrierefrei zu erreichen, gar keine Parkplätze für Eltern mit Kindern, keine Notrufsäulen und auch kein Handy-Empfang, bemängelten die Tester. Das reichte nur für den letzten Platz im Test.

Parkhaustest 2013: Sieger und Verlierer FOTO: ADAC

Als größtes Problem erwies sich einmal mehr die Breite der Parkplätze. In den meisten Testobjekten wurden zwar die in den Garagenverordnungen der Bundesländer vorgeschriebenen Mindestbreiten von 2,30 Metern eingehalten – nicht aber die Breiten gemäß den Empfehlungen für Anlagen des Ruhenden Verkehrs der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen von mindestens 2,50 Meter.

Angesichts der immer breiter werdenden Fahrzeuge reicht diese Vorgabe der Garagenverordnungen aus den 1970er Jahren nicht mehr aus.

Ein weiteres Problem sind barrierefrei angebundene Behindertenparkplätze. Bei zwei Drittel der Testobjekte gab es keine oder zu wenige davon. Bei fast ebenso vielen war der Zugang nicht barrierefrei.

ADAC testet Parkhäuser 2012 - das sind die Ergebnisse FOTO: dpa, Nestor Bachmann

Zu hohe Tasten und Knöpfe in knapp der Hälfte der Aufzüge machten deren Benutzung für Rollstuhlfahrer fast unmöglich. Gleiches Problem gilt für alle getesteten Kassenautomaten.

Es gab aber auch viele gute Lösungen. Die Einzelstellplatzanzeigen im Aquis-Plaza in Aachen zum Beispiel, über die sogar die Behindertenparkplätze extra angezeigt werden. Im Behnisch-Haus in Krefeld wird in der Einfahrt deutlich darauf hingewiesen, auf welcher Parkebene die barrierefrei zugänglichen Parkplätze zu finden sind.

In der Schlossberggarage in Freiburg sind die Fußgängerwege ähnlich einem Zebrastreifen sehr deutlich gekennzeichnet. Im Lengermann+Trieschmann-Parkhaus in Osnabrück markieren einfache Symbole die Parkebenen. Im Aquis-Plaza in Aachen findet der Nutzer mittels QR-Code zu seinem Auto zurück.

2011: Düsseldorf Verlierer beim Parkhaus-Test FOTO: dpa, Federico Gambarini

Getestet wurden 44 Parkgaragen in Aachen, Freiburg im Breisgau, Fürth, Halle an der Saale, Heidelberg, Krefeld, Ludwigshafen, Magdeburg, Oldenburg, Osnabrück, Saarbrücken und Würzburg.

Die Testobjekte mit jeweils mindestens 150 Stellplätzen für Kurzparker lagen zentral und waren für jedermann nutzbar. Die ADAC-Experten testeten die Garagen zwischen Ende September und Anfang Dezember und arbeiteten dabei eine mehr als 110 Prüfpunkte umfassende Checkliste ab.

Im Vorfeld des Tests hatten 19 Betreiber das Betreten ihrer Parkhäuser für den Inkognito-Test verboten. Die überwiegend privaten, aber auch kommunalen Betreiber drohten teilweise mit einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Insgesamt waren 50 in Frage kommende Testobjekte davon betroffen.

(csr)
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