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Zwei Jahre nach Skandal
ADAC-Reform droht Widerstand aus den eigenen Reihen

ADAC-Reform droht Widerstand aus eigenen Reihen
Der ADAC stand wegen der Manipulationen heftig in der Kritik. Gibt es jetzt Widerstand gegen die Reformen? FOTO: dpa, rene ruprecht jan cul
München. Vor zwei Jahren durchlebte der ADAC seine schwerste Krise. Auslöser war der Skandal um Manipulationen bei der Autowahl "Gelber Engel". In der Folge wurden Reformen angepackt - doch dagegen soll sich plötzlich intern Widerstand regen.

Bei der Reform des ADAC zeichnet sich zwei Monate vor der entscheidenden Hauptversammlung des Autoclubs ein Machtkampf zwischen dem ehemaligen Vorsitzenden Peter Meyer und dessen Nachfolger August Markl ab. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, will der frühere ADAC-Präsident und jetzige Vorsitzende des Regionalclubs Nordrhein gegen die Pläne seines Nachfolgers Markl mobil machen. Bis zu Meyers Vorstoß galt als sicher, dass die Reform wie von Markl geplant bei der Hauptversammlung am 7. Mai in Lübeck beschlossen wird.

Rechtsgutachten eingeholt

Meyer, der im Zuge der Affäre um die manipulierte Autowahl "Gelber Engel" 2014 als ADAC-Chef zurücktrat, hat zu den Reformplänen dem Zeitungsbericht zufolge ein Rechtsgutachten seines Regionalclubs eingeholt, auf dessen Grundlage er die geplante Aufsplittung des ADAC in den Verein sowie eine Aktiengesellschaft und eine gemeinnützige Stiftung ablehnt.

Angesprochen auf das Gutachten des ADAC-Nordrhein sagte ADAC-Sprecher Christian Garrels am Samstag, man werde sich zu internen Dokumenten nicht öffentlich äußern. Der ADAC halte am beschlossenen Reformkurs und dessen zeitlicher Umsetzung fest. "Ein Scheitern des Reformprogramms könnte eine Aberkennung des Vereinsstatus für den ADAC nach sich ziehen", sagte Garrels der Deutschen Presse-Agentur. "Ebenso könnte es faktisch das Aus für ehrenamtliches Engagement von vielen zehntausend ADAC-Mitgliedern in ganz Deutschland bedeuten." Es sei oberstes Ziel der angestrebten Reform, eben diesen Vereinsstatus des ADAC langfristig zu erhalten.

Ex-Präsident fühlt sich getäuscht

Nach dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" fühlt sich Ex-ADAC-Präsident Meyer getäuscht. Laut dem Gutachten seines Regionalclubs würden Präsidiums- und Verwaltungsratsmitglieder des ADAC, die für die geplanten Änderungen stimmten, ihre Pflichten verletzen und müssten mit persönlichen Schadenersatzforderungen rechnen. Dem Bericht zufolge zog Meyer daraufhin seine bereits erfolgte Zustimmung zu den Reformplänen seines Nachfolgers zurück und beantragte, sie im Nachhinein als Gegenstimme zu werten.

Die Reformpläne mit der sogenannten "3-Säulen-Struktur" waren von den Gremien des ADAC Ende 2015 beschlossen worden. Auf der Hauptversammlung im Mai werden sie den Delegierten noch einmal mit der Bitte um deren clubpolitisches Votum zur Abstimmung vorgelegt.

(lukra/lnw)
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