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Autoclub fordert
Aufstand gegen Preistreiberei an Tankstellen

Was die Kraftstoff-Sorten bedeuten
Was die Kraftstoff-Sorten bedeuten FOTO: ddp
Berlin (RPO). Während die Spritpreise zu immer neuen Höhenflügen ansetzen, läuft der Automobilclub ACE Sturm gegen die Preispolitik der Ölmultis. ACE-Verbandspräsident Wolfgang Rose wetterte in einem Zeitungsinterview, dass den Verbrauchern Einheitspreise auferlegt würden. 

Der Autoclub Euroa (ACE) fordert politische Maßnahmen zur Überprüfung der Preispolitik der Konzerne: "Eine Handvoll Großkonzerne kann Millionen Verbrauchern Einheitspreise diktieren - wir fordern von der Politik Maßnahmen gegen Wucherpreise und Ölpreisspekulanten", sagte ACE-Chef Wolfgang Rose der "Bild"-Zeitung.

Zur Begründung erklärte der Verband, dass der Preis für ein Fass Rohöl vor der Krise, im Jahr 2008, noch auf dem Rekordhoch von 150 Dollar gelegen habe und damals an der Zapfsäule 1,30 Euro pro Liter Superbenzin verlangt worden seien. Heute koste das Fass Rohöl nur etwa 80 Dollar, aber es würden bis zu 13 Cent mehr pro Liter Super verlangt. "Dafür gibt es keine marktwirtschaftlich begründete Erklärung. Es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund, die Preise für Kraftstoffe weiter zu erhöhen. Wir sehen vielmehr reichlich Spielraum nach unten", sagte Rose.

Laut Berechnungen des ADAC hat der Benzinpreis in der Vorwoche ein Jahreshoch erreicht: Super kostete vorigen Donnerstag 1,405 Euro, Diesel 1,201. Laut der allwöchentlichen Erhebung kostet Superbenzin in dieser Woche durchschnittlich 1,397 Euro - 5,2 Cent mehr als eine Woche zuvor. Diesel kostete 1,176 Euro und war damit 4,1 Cent teurer als in der Vorwoche, wie der Verkehrsclub mitteilte.

"Aufhebung des Oligopols"

Der ACE fordert durchgreifende Konsequenzen bis hin zur Aufhebung des "mächtigen Oligopols der Ölmultis", erklärte Rose: "Wir schlagen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine konzertierte Aktion der EU-Staaten vor mit dem Ziel, im Interesse der Konsumenten wirklichen Wettbewerb unter den großen Kraftstoffanbietern herzustellen. Wenn es sein muss, dann auch mit dem Mittel der Marktentflechtung." Das Bundeskartellamt sehe sich "rechtlich leider nicht in der Lage, einzugreifen und dem Treiben der Multis Einhalt zu gebieten", betonte Rose.

Der Mineralölwirtschaftsverband rechtfertigt die aktuelle Preisentwicklung in diesem Jahr mit den deutlich hohen Einkaufspreisen am Großmarkt für Benzin in Rotterdam sowie den ersten Verlusten im Raffineriegeschäft seit sieben Jahren. Am Ölmarkt werde außerdem auf steigende Nachfrage spekuliert, weil im Frühjahr die Autosaison in den USA ("driving season") beginnt und mit einer konjunkturellen Erholung gerechnet wird.

Unterdessen sollten Autofahrer nicht auf Werbetricks hereinfallen, warnt Rose: "Wir sollten das Spiel nicht mehr mitmachen, wenn bestimmte Tankstellenketten versuchen, Kunden mit Gutscheinen, Tankkarten und Vorteilspreisen zu ködern. Das ist alles Augenwischerei, weil die angeblichen Rabatte zuvor schon eingepreist worden sind."

(DDP/AP)
 
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